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Alter Wetzlarer Weg 15 (ehem. Wetzlarer Weg 15) - Isidor und Rosa Sonneborn

Isidor Sonneborn
*18.07.1880 in Breidenbach, Kreis Biedenkopf
deportiert am 31.08.1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 21.12.1943 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 12.02.2009

Rosa Sonneborn, geb. Kuder
*19.06.1871 in Heuchelheim
deportiert am 31.08.1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 06.06.1943 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 12.02.2009

 

Standort Stolpersteine Alter Wetzlarer Weg 15


Isidor Sonneborn lebte seit 1888 in Gießen und besuchte dort das Realgymnasium. Er erlernte den Beruf eines Kaufmanns und Kleiderhändlers.

Am 28.11.1911 heiratete er Rosa Kuder, geb. am 19.6.1871 in Heuchelheim. (Sie ist weitläufig mit der Familie von Jossi Stern verwandt). Rosa war ein Waisenkind und neun Jahre älter als ihr Ehemann. Es ist zu vermuten, dass die Heirat mit Isidor Sonneborn eine von der Familie arrangierte Versorgungsehe war.

Ab 1920 wohnte die Familie mit ihrer Tochter Irmgard (*7.11.1912 in Gießen) in der Alicenstraße 11 im Erdgeschoss. Diese Hausnummer wurde 1930 in die Nr. 16 umgewandelt. Zwei Räume dieser großen Wohnung dienten als Lager und Verkaufsraum für "Ellenwaren" (Stoffballen) und Kleider. Das Geschäft wurde vorwiegend von Rosa Sonneborn betreut, während ihr Ehemann Isidor als Vertreter mit Musterkoffern in einem bestimmten Bereich Hessens über Land reiste und versuchte, Kunden zu gewinnen.

1934 gaben sie das Geschäft aus Altersgründen auf. Die Familie zog in den Alten Wetzlarer Weg 15 (letzte frei gewählte Adresse).

Von 1939 - 41 mussten sie noch einmal umziehen in die Alicenstraße 16.

1942 mussten sie in das Ghettohaus Landgrafenstraße 8 umziehen.

Am 31.08.1942 wurden Isidor und Rosa Sonneborn nach Theresienstadt deportiert.

Dort ist Rosa S. am 06.06.1943 und Isidor S. 21.12.1943 verstorben.

Die Tochter Irmgard konnte 1935 nach Palästina auswandern und lebte unter dem Namen Jehudit Kallner in einem "Parents Home" bei Tel Aviv.

 

Text: Hannelore Kraushaar-Hoffmann

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