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03.06.2019

Gehhilfe, Plasma und »Vocal Tongue« beim Final Pitch des StartUp Weekends

Das Konzept für ein innovatives orthopädisches Hilfsmittel hat beim 4. Startup Weekend Mittelhessen die Jury am meisten überzeugt: Das Projekt „Active Shift“ wartete mit einer physiotherapeutischen Bandage auf, die Gelenkschmerzen und -verletzungen heilen soll. Einfach gefallen ist die Entscheidung für die beste Startup-Idee beim „Final Pitch“ in der ehemaligen Maschinenhalle von Heyligenstedt nicht, wie Jurorin Dr. Julie Woletz, Professorin für Social Media an der THM, betonte. Die Sieger haben ihre Idee bereits zum Patent angemeldet und suchen nun Partner. Ausrichter war in diesem Jahr zum ersten Mal das Regionalmanagement Mittelhessen. „80 Teilnehmende, 12 Teams, 14 Expertinnen und Coaches sowie 30 Sponsoren waren Garanten für ein erfolgreiches Startup-Wochenende“, fasste Jens Ihle, Geschäftsführer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH (RMG), das Wochenende zusammen. Das Startup Weekend Mittelhessen ist ein Baustein des vom Regionalmanagement mit EFRE-EU-Mitteln geförderten Innovationsprojektes Digimit. 

Die Teams hatten sich nach dem Auftakt, bei dem 25 Ideen in einminütigen Präsentationen skizziert wurden, formiert, um sich in den folgenden zwei Tagen mit der Ausarbeitung von Geschäftsmodellen zu beschäftigen. Als zweite gingen die Mitglieder des Projekts „Plasma Panel“ über die Ziellinie: Junge Forscherinnen und Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen haben einen Weg gefunden, mit Hilfe eines Plasmas multiresistente Keime zu töten. Die Technik, die die Gruppe entwickelte, basiert auf Grundlagenforschung. Auf dem Weg zum Pitch halfen Coaches, dazu passende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Den dritten Platz holte sich „Vocal Tongue“: Sänger Marcell Huber hat einen Prototypen gebaut, der Sängerinnen und Sängern in der Ausbildung bei der Stimmentwicklung hilft. Dieser soll und kann aber in der Zukunft auch als Medizintechnikprodukt eingesetzt werden, um Menschen nach einem Schlaganfall bei der Wiedererlangung der Sprachfähigkeit zu unterstützen.

Insgesamt war das Themenfeld beim diesjährigen Startup Weekend sehr divers: Zu den vorgestellten Ideen zählten eine Vermarktungslösung für Imker, um die Anzahl von Bienenvölkern zu erhöhen, eine innovative Bestattungslösung, bei der aus Urnen eine Wiese voller Bäume entsteht, eine Sozialplattform für Studierende, die neu in eine Region kommen, eine Abfüllmaschine für den Handel, um Plastik und Verpackung zu reduzieren, eine Analyseplattform, die die digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden analysiert, eine Gesellschaftsspiel, das soziale Ansätze des Wirtschaftssystems in den Mittelpunkt stellt und eine Plattform, die den CO2-Verbrauch von Dienstleistungen misst und zu reduzieren hilft. „Die Talente kamen aus Hochschulen, aus mittelständigen Unternehmen oder aus der Startup-Welt“, sagte Ihle. „Wir haben uns über viele internationale Teilnehmende gefreut, Leute aus Rhein-Main und über ein Gießener Mutter-Tochter Tandem.“

In der Jury saßen neben THM-Professorin Woletz zudem Andreas Lukic, Managing Partner der ValueNet Capital Partners GmbH und Vorstandsvorsitzender der Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., Dr. Detlef Terzenbach, Themenfeldleiter Innovationen und Netzwerke bei der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI), David Wohde von WeWorkLabs und Ali Pasha, Co-Founder von http://hallofrankfurt.de, einem Tech-, Startup- und Lifestyle-Blog für Frankfurt Rhein-Main. Auf dem Weg zum Pitch bekamen die Gründerinnen und Gründer Hilfe der Mentoren Fabian Annich (TalentZ), Serghei Glinca (CrystalsFirst GmbH), Dr. Kai H. Krieger (3Steps & RIVER TALES), Alex Trampisch (SwissCommerce), Hendrik Adam (die.Interaktiven), Christian Deiters (social-startups.de) und Julian Schwarz (forwerts).

Direkt nach den Pitches bekräftigten Vertreterinnen und Vertreter mittelhessischer Wirtschaftsverbände und Standort-Förderer bei einer kurzen Podiumsrunde unter der Moderation von Dozent und Unternehmensberater Georg Schuhmacher ihre Unterstützung für die Startup-Szene. Mit dabei waren Anna Kaczmarek-Kolb (Stadt Marburg), Alexander Cunz (IHK Lahn-Dill), Sabine Wilcken-Görich (Stadt Gießen) und Sascha Drechsel (Hessenmetall). „Die Rathäuser stehen Euch offen für alle Fragen zur Gründung, Förderung und Weiterbildung“, sagte Kaczmarek-Kolb an die Teilnehmer des Wochenendes gerichtet. Das gelte auch für die Industrie- und Handelskammern, fügte Cunz hinzu.

„Ein großer Dank geht an die vielen regionalen Partner, die das Event beworben haben“, sagte Jens Ihle. Die Premiere mit dem Regionalmanagement als erstmaligen Ausrichter der Veranstaltung sei gelungen, fügte der RMG-Geschäftsführer hinzu, der zudem Martin Lacroix für seine Unterstützung dankte. Lacroix hatte das Konzept des Startup Weekends vor drei Jahren nach Mittelhessen geholt. „Das Startup Weekend Mittelhessen ist ein fester Bestandteil der hessischen Startup Community geworden und soll es weiter bleiben“, betonte Ihle.

 

Quelle: Regionalmanagement Mittelhessen GmbH

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