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Künstlerinnengespräch mKünstlKünstlerinnengespräch mit Anett Frontzek im Rahmen ihrer Finissage im GiKaMulung im Gießkannenmuseum

Das Gespräch führt Prof. Dr. Kurt Wettengl (Kunsthistoriker)

Datum:

08.03.2026

Uhrzeit:

11:00 bis 12:30 Uhr

Ort:

Gießkannenmuseum, Sonnenstraße 3

Preis:

Eintritt frei

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In ihren künstlerischen Arbeiten untersucht Anett Frontzek urbane, architektonische, geologische oder soziologische Strukturen.

In den letzten Jahren entstanden überwiegend Zeichnungen, Papierschnitte und Installationen, die sich mit dem lebensnotwendigen Element des Wassers auseinandersetzen. Dabei arbeitet die Künstlerin stets konzeptuell und ortsbezogen. Ihre künstlerischen Transformationen fußen auf der Auseinandersetzung mit gegebener Welt, aber auch mit den Bildern, die wir Menschen uns von ihr machen. So sind amtliche Karten ein bevorzugtes Material, das ihren Arbeiten zugrunde liegt.

Im Gießkannenmuseum zeigt sie nun einen Abschnitt der Küstengewässer der Ostsee genauer: das Areal zwischen Kiel und Kopenhagen. Sie transformiert Originalsportbootkarten, die eigentlich Seglern zur Orientierung dienen, zu Grafiken, die zeigen, was die Künstlerin interessiert und sichtbar machen möchte. Mit tiefschwarzer Schelllacktusche überzeichnet sie das Festland, hebt Naturschutzgebiete und Gefahrenstellen wie Sperrgebiete mit farbiger Tusche heraus und irritiert unseren Blick, der gelernt hat, Karten zu lesen. So verweist ihr gestalteter Kartenraum auf das fragile Verhältnis zwischen Schutz und Nutzung und macht die Aushandlung zwischen natürlicher Dynamik und menschlichen Eingriffen sichtbar, so die Künstlerin.

Anschließend setzt sie die überarbeiteten Einzelkarten, die manchmal in der Maßstäblichkeit variieren, überlappend auf der Wand zusammen. Es entsteht eine vor der Vertikalen schwebende Installation, die Weißräume betont und landschaftlich anmutet. Anett Frontzek studierte Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und sind in öffentlichen Sammlungen in Europa wie den USA vertreten.

Die Künstlerin wurde mit zahlreihen Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit einem Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds und einer Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW. Die Künstlerin lebt und arbeitet im Künstlerhaus Dortmund; sie ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Prof. Dr. Kurt Wettengl (Kunsthistoriker) ist als Kurator, Autor und Lehrender tätig. Er war Leiter des Museums Ostwall im Dortmunder U und lehrte an der dortigen Universität Kunstgeschichte. Er lebt in Frankfurt a. M. Für Anett Frontzeks Katalog Ein Meer von Bergen (2015) hat er einen Katalogbetrag geschrieben und nimmt nun den Dialogfaden im Rahmen des Künstlerinnengesprächs wieder auf.

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