»Frau Yamamoto ist noch da« von Dea Loher
Ausgezeichnet zum Stück des Jahres 2025 von ,theater heute' und im selben Jahr nominiert für den Mühlheimer Dramatikerpreis.
19.04.2026
18:00 Uhr
8 bis 26,50 Euro; Ermäßigungen möglich
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„Frau Yamamoto ist noch da“ von Dea Loher ist das Stück der Stunde, dass mit seiner Poesie und Leichtigkeit und gleichzeitiger Verhandlung elementarer Fragen nach Glück, Träumen und Sehnsüchten im Leben den Zeitgeist trifft.
Dea Loher ist die Grande Dame der zeitgenössischen Dramatik. Ihre Stücke sind in über 15 Sprachen übersetzt und werden weltweit aufgeführt. Am Stadttheater Gießen waren zuletzt „Diebe“, „Das letzte Feuer“, und „Unschuld“ zu sehen. Mit „Frau Yamamoto ist noch da“ kehrt sie nach einer vierzehnjährigen Schreibpause zurück und wird unmittelbar mit Auszeichnungen überhäuft. Es ist ihre hochpoetische Sprache, die die Schönheit im Alltäglichen feiert, die uns Geschichten von Menschen erzählt, die unsere Nachbar*innen sein könnten. Die wir selber sein könnten. Mit beeindruckender Leichtigkeit und emotionaler Tiefe erzählt sie von den großen und kleinen Dingen im Leben und formuliert als eine der zentralen Fragen: „Seid ihr glücklich?“
Frau Yamamoto, über siebzig Jahre alt, war einmal Sägewerksbesitzerin. Ihr Mann hat sie verlassen, jetzt lebt sie alleine, aber sie findet in dem Mietshaus, in dem sie lebt, Freunde: Nino und Erik, ein schwules Paar und Eriks Nichte Milena. Sie erzählen von einfachen Träumen: eine erfüllte Beziehung, ein kleines eigenes Lokal, ein ganz Bisschen mehr Geld, als es zum Leben braucht. Etwas Anerkennung, Nähe, ab und an ein romantischer Abend und vorsichtig gelebte Leidenschaft. Geträumt werden sie von Menschen, die wir zu kennen glauben. Sie treffen sich im Treppenhaus, im Restaurant, beim Angeln. Wie soll man leben? Wie will man lieben? Wie begegnet man der eigenen Vergangenheit? Wie den Sorgen um die Zukunft und den Unwägbarkeiten der Gegenwart?
Es ist ein großes Ensemblestück mit zehn Spieler*innen, das Regisseurin Meera Theunert auf die Bühne des Großen Hauses bringt. Roman Kurtz schlüpft in die Rolle der Titelfigur. Die beiden Studierenden der HfMDK Frankfurt Lilith Borchert und Stina Jähngen, die in dieser Spielzeit ihr Praxisjahr als Teil des Ensembles am Stadttheater Gießen absolvieren, sind mit dabei. Außerdem Ensembleneuzugang Joey Nashaa Scholl, der sich zuletzt im Stück „Dumme Jahre“ mit seiner gleichermaßen einfühlsamen wie fröhlichen Darstellung der Rolle des jungen Wolfgang präsentierte. Ferner sind Ali Aykar, Nina Plagens, Izabella Radić, Germaine Sollberger, Pascal Thomas und Carolin Weber zu sehen.
Regisseurin Meera Theuert bewies bereits in der Inszenierung von „Garland“ im Kleinen Haus vergangene Spielzeit ihr Händchen für herzliche und witzige Momente in durchaus heiklen bis absurden Situationen. Neben der tiefgründigen Thematik leiten sie vor allem ein großes Interesse und eine liebevolle Neugier an den Menschen beim Erzählen der Geschichten jeder einzelnen Figur. Eine Besonderheit der Inszenierung ist das Spiel mit unterschiedlichen Tiermasken. Annabelle Gotha hat eine detailreiche Ausstattung für die Spielenden entworfen und Choreografin Anna Kuch begleitet dabei, die besondere Bewegungssprache der verschiedenen Tiere auf die Bühne zu bringen. So übernehmen diese nicht domestizierten Tiere wie Taube, Fliege oder wildlebende Katze eine beobachtende Rolle und kommentierende Handlung, was einen besonderen Blick auf den Einfluss menschlichen Lebens auf den Lebensraum der Tiere gibt.
Regie Meera Theunert
Bühne Laura Robert
Kostüme Annabelle Gotha
Musik Chris Lüers
Maskenspiel Anna Kuch
Dramaturgie Tim Kahn
Mit Ali Aykar, Lilith Borchert, Stina Jähngen, Roman Kurtz, Nina Plagens, Izabella Radić, Joey Nashaa Scholl, Germaine Sollberger, Pascal Thomas, Carolin Weber
Alle Aufführungen
Sa. 14.2.2026 - Premiere
19:30 Uhr - Einführung um 19 Uhr | Foyer Großes Haus | Im Anschluss öffentliche Premierenfeier
Sa. 21.2.2026
19:30 Uhr - Einführung um 19 Uhr | Foyer Großes Haus
Fr. 27.2.2026
19:30 Uhr - Einführung um 19 Uhr | Foyer Großes Haus
So. 08.3.2026
18:00 Uhr - Einführung um 17:30 Uhr | Foyer Großes Haus
So. 22.3.2026
18:00 Uhr - THEATERTAG | Einführung um 17:30 Uhr | Foyer Großes Haus
Do. 26.3.2026
19:30 Uhr - Einführung um 19 Uhr | Foyer Großes Haus
So. 19.4.2026
18:00 Uhr
Sa. 23.5.2026
19:30 Uhr