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Ehemaliges Motorpool-Gelände


1. Ausgangssituation

Nach dem Abzug der US-Army aus Gießen stand das am östlichen Innenstadtrand gelegene Pendleton Barracks zur Umstrukturierung und Integration in das städtebauliche Gefüge zur Verfügung. Nach der planungsrechtlichen Entwicklung einzelner Abschnitte verbleiben ca. 7,9 ha (Motorpool-Areal), die nun als letzter Teilbereich des Konversionsstandortes durch die Stadt entwickelt und vermarktet werden sollen.

2. Geltungsbereich

Das 7,9 ha große Plangebiet wird begrenzt durch die Lincolnstraße im Westen, die bestehende Wohnsiedlung im Norden, den Gießener Ring (A 485) im Osten und die Hannah-Arendt-Straße im Süden.

3. Ziele

Der Standort des ehemaligen Motorpool-Geländes ist umgeben von Wohnbebauung, die durch unterschiedliche Bautypologien und Sozialstrukturen der Bewohner geprägt ist. Die günstige Lage zwischen den Naherholungsbereichen Philosophenwald, Wieseckaue und Stadtwald trägt zu einer hohen Steigerung der Wohn- und Freizeitqualität bei. Diese Standortbedingungen sowie die gute Verkehrsanbindung an die Innenstadt und das übrige Stadtgebiet qualifizieren das Plangebiet für eine Stärkung und Weiterentwicklung als Wohnstandort.

Zentrales Ziel ist es, ein qualitativ hochwertiges Quartier mit einer Mischung aus Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau sowie den zugehörigen sozialen Infrastruktureinrichtungen inmitten hochwertiger Grün- und Freiräume zu entwickeln. Als wohnungspolitisches Planungsziel ist die Schaffung von Wohnraum für Familien und Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen (Schwellenhaushalte) sowie Sozialwohnungen formuliert. Dabei gilt es auch dem im Wohnraumversorgungskonzept ermittelten Bedarf an gemeinschaftlichen Wohnformen zu entsprechen.

Die Anbindung des neuen Stadtquartiers an den bestehenden Stadtkörper ist durch eine möglichst flächensparende Verkehrserschließung und den Ausbau eines qualitätsvollen Fuß- und Radwegenetzes zu gewährleisten. Im Osten des Plangebietes ist die Entwicklung eines mischgebietsverträglichen und immissionsarmen Gewerbegebietes vorgesehen.   

4. Planungsverfahren

Im Rahmen einer Testplanung wurden unterschiedliche städtebauliche Entwicklungskonzepte erarbeitet und öffentlich vorgestellt und diskutiert. Dabei bestand auch Gelegenheit, Anregungen zu den einzelnen Konzeptvorschlägen einzubringen. Im Anschluss an diese informelle Beteiligung wurde eine Vorzugsvariante ausgewählt, die die Grundlage für ein Wertermittlungsverfahren im Rahmen des Grundstückskaufs durch die Stadt darstellt. Der Erwerb der Fläche wird durch die Stadt Anfang 2019 erfolgen.

Zur planungsrechtlichen Entwicklung des Konversionsstandortes ist die Durchführung eines Bebauungsplanverfahrens notwendig. Dieses wird im Vollverfahren mit zweimaliger Beteiligung einschließlich Umweltprüfung durchgeführt.

5. Gemeinschaftliche Wohnformen

Im Rahmen von Workshops wurden die Bedarfe an gemeinschaftlichen Wohnformen abgefragt. Städtisches Ziel war die Identifizierung von Interessenten in Verbindung mit einem Konzeptvergabeverfahren.

6. Ausschreibung für Bauträger

Ein Investorenauswahlverfahren für ein ca. 3,2 ha großes Wohngebiet wurde gestartet. Mit einem Abschluss wird im Herbst 2019 gerechnet.

Für das Baufeld der gemeinschaftlichen Wohninitiativen ist anschließend eine Ausschreibung geplant.

7. Forschungsprojekt EnEff: Stadt FlexQuartier Gießen

Auf der Konversionsfläche entwickelt die Universitätsstadt Gießen im Rahmen des Forschungsprojektes "EnEff: Stadt FlexQuartier Gießen" zusammen mit der THM, der Stadtwerke Gießen AG (SWG), dem Netzbetreiber Mittelhessen Netz GmbH MIT.N sowie der Smart Power GmbH & Co. KG ein energetisch hocheffizientes Neubauquartier. Hier kommen ein neuartiger Hochtemperatur-Speicher, in Kombination mit einem multifunktionalen Batteriespeicher für Strom und einem zentralen Warmwasser-Schichtenspeicher für Abwärme zum Einsatz. Mit der hocheffizienten Bauweise der Gebäude und den Photovoltaik-Anlagen auf allen Dächern wird es zu einem fast klimaneutralen bzw. weitgehend energieautarken Gebiet kommen.

Das Forschungsprojekt läuft vom 01.12.2018 bis zum 30.11.2022 und wird Modellcharakter für zukünftige Baugebiete haben.

www.thm.de/etem/forschung/projekte/drittmittelprojekte/laufende-projekte/flexquartier.html

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