Wirtschaft

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08.05.2024

Regionalforum in Mittelhessen stellt innovatives Personalmanagement vor

In einer sich schnell verändernder Arbeitswelt spielen für Unternehmen und Institutionen die Menschen, ihr Potenzial aber auch ihre Bedürfnisse, eine zentrale Rolle. Die damit zusammenhängenden Herausforderungen standen im Mittelpunkt des Regionalforums Personalmanagement in Mittelhessen, zu dem das Regionalmanagement mit dem Netzwerk Kommune, einem Zusammenschluss der Wirtschaftsförderungen der Landkreise und großen Städte der Region, am 24. April in die Buderus-Arena nach Wetzlar eingeladen hatte. Rund 200 Teilnehmende waren dem Ruf gefolgt, um sich zu aktuellen Trends und Lösungsansätzen im Personalmanagement auszutauschen.  

In seiner einleitenden Keynote sprach Cawa Younosi, ehemaliger Personalmanager bei SAP und „HR-Influencer“, über die verschiedenen Aspekte eines „innovativen Personalmanagements“ rund um Flexibilität, Gleichwertigkeit von Führungs- und Expertenlaufbahnen, mentale Gesundheit, Mitarbeiterbindung (Retention) und die Evolution im Recruiting-Bereich – Zeichen für die Dynamik und Vielfalt der modernen Arbeitswelt. Das Recruiting ändere sich laut Younosi daher auch hin zu einem eher skill- und potentialsorientierten Ansatz. Sowohl bei der Mitarbeiterbindung als bei der -gewinnung müssten sich Unternehmen mehr auf die individuellen Bedürfnisse und Potentiale ihrer Mitarbeitenden einstellen. Gesundheit und Zufriedenheit seiner Mitarbeitenden in den Mittelpunkt zu stellen, sei entscheidend für den langfristigen Erfolg und die Reputation eines Arbeitgebers – sowohl bei den Mitarbeitenden als auch bei Kunden und Geschäftspartnern.

Vier Impuls-Sessions boten den Teilnehmenden nach der Keynote Gelegenheit zu Austausch und Vertiefung, zum Beispiel zum Thema „Gewinnung und Bindung von internationalen Fach- und Führungskräften“: Eine klare Stellenbeschreibung, Mentoren-Programme und gute Infrastruktur seien hier bereits entscheidend, so ein Ergebnis. Vermeidbare Fehler seien dagegen unzureichendes Onboarding und die mangelnde Einbindung der Familie. Um dabei das Budget zu schonen, empfahl Bettina Offer, die mit der Kanzlei Offer & Mastmann Unternehmen bei diesem Prozess unterstützt, frühzeitig Kontakte zu knüpfen und alternative Mitarbeiterquellen zu nutzen. Auch ein Unternehmensnetzwerk mit Fokus auf die Gewinnung ausländischer Fachkräfte und die Zusammenarbeit mit kommunalen Ausländerbehörden seien für eine langfristige Bindung und Integration wichtig, ebenso wie Offenheit, Flexibilität und aktives Engagement.

Die Impuls-Session „Regionale Kooperationen“ bot zwei erfolgreichen Kooperationsprojekten der Region ein Forum: Beim Studium-Plus-Forum Kirchhain-Stadtallendorf vernetzen sich Hochschule, Unternehmen, Schulen und Studieninteressierte – ein neues Konzept, dass von sechs Kommunen unterstützt wird. Der "Markt der Möglichkeiten" wurde hier erfolgreich als Plattform zur Information über Ausbildungsmöglichkeiten in der Region etabliert und soll aufgrund des großen Erfolges sogar zweimal jährlich stattfinden. Die Ausbildungsmesse "Check Dein Job" in Lauterbach und Umgebung wurde von über 50 Unternehmen gemeinschaftlich organisiert, um jungen Menschen die Berufsausbildungschancen in verschiedenen Branchen aufzuzeigen. Die Messe findet im Frühjahr statt und hat bereits zu neuen Ausbildungsverträgen geführt. Beide Projekte betonen den regionalen Fokus und die Zusammenarbeit von Unternehmen, Schulen und Behörden zur regionalen Nachwuchsförderung.

„Unternehmenskultur und Personalentwicklung“ standen bei einer anderen Impuls-Session im Fokus. Jürgen Krenzer vom Hotel krenzer rhön und Carsten Rausch von medDV betonten dabei, wie wichtig es sei, Mitarbeitende nicht zu demotivieren. Krenzer kritisierte, dass die Gastronomie den Fachkräftemangel ignoriere. Für ihn sei es zum Beispiel auch wichtig, Mitarbeitende bei unsachlicher Kundenkritik zu schützen. Rausch appellierte an Mitarbeitende, sich zu öffnen, um effektive Unterstützung zu bekommen. Außerdem betonte er, dass die Anwesenheit aller Team-Mitglieder wichtig sein kann, auch wenn sie nicht immer im Büro sind. Erfolgreiches Personalmanagement erfordere eine gute Führung, den Austausch von Wissen und die Förderung von Vielfalt.

In der Impuls-Session „Digitalisierung von Personalprozessen“ berichteten Helmuth Braun von der ibo Akademie und Ingolf Teetz und Dr. Olena Linnyk von der Milch & Zucker AG über das Thema Prozessmanagement sowie über Automatisierung und KI im Recruiting. Für die Personalabteilung stelle das Management von HR-Prozessen eine doppelte Herausforderung dar: Zum einen gelte es, diese zu gestalten, zu optimieren und die Qualität zu erhalten. Zum anderen trage die Personalabteilung dazu bei, das Management im Unternehmen zu etablieren und ein gemeinsames Verständnis dafür zu schaffen. Personalentwicklungsmaßnahmen, die entlang der Prozesskette ausgerichtet sind, und eine prozessorientierten Personalbemessung förderten zusätzlich ein wirksames Prozessmanagement. Teetz und Linnyk beschrieben, wie Stellenanzeigen verständlicher und inklusiver mit Hilfe der KI verfasst werden können, um Reichweite und Erfolg zu verbessern. Gearbeitet werde laut Teetz und Linnyk auch an Algorithmen für besseres Matching von Bewerbenden-Kompetenzen und freien Stellen.

Zum Abschluss des Events führte Prof. Dr. Christian Dries vom Kölner Institut für Managementberatung in das Thema „Generationenübergreifendes Führen und Teamentwicklung“ ein und moderierte eine Panel-Diskussion mit Pia Meier vom Industrieunternehmen Seidel und Volker Schüßler von der Volksbank Mittelhessen. Dabei wurde deutlich, dass Generationen-Unterschiede nicht so entscheidend sind. Wichtig sei es vielmehr, durch verschiedene Formate und eine fördernde Unternehmenskultur Austausch und Verständnis zwischen den Altersgruppen zu ermöglichen. 


Quelle: Regionalmanagement Mittelhessen GmbH

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