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10.11.2022

Preis für Entwicklung eines Biokunststoffs

Für die Entwicklung eines Biokunststoffs, der hauptsächlich aus Abfällen und Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie hergestellt wird, ist die Biologin Dr. Elisabeth Pohlon von der Arbeitsgruppe Tierökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ausgezeichnet worden. Sie belegte im „GO-Bio initial“-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung den zweiten Platz.

Die AG Tierökologie erforscht seit vielen Jahren Gewässerbelastungen durch toxische Substanzen. „Bei unseren Experimenten mit verschiedenen Substraten sind wir fast nebenbei auf einen biologisch abbaubaren Werkstoff gestoßen“, erläutert Dr. Pohlon. Und Prof. Dr. Volkmar Wolters von der AG Tierökologie ergänzt: „Früher wäre das vermutlich in einer Schublade verschwunden, denn es ist ja sehr ungewöhnlich, dass sich Zoologinnen an der Entwicklung von plastikähnlichen Materialien beteiligen“.

In Zeiten der Biodiversitätskrise seien aber schrankenfreies Denken und fächerübergreifende Kooperationen gefordert, erläutert der Biologe. Ökologisch Forschende seien täglich mit der dramatischen Situation der Lebensgemeinschaften unserer Bäche, Flüsse und Auen konfrontiert. „Die Reduzierung der Umweltbelastung durch Wohlstandsmüll ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit“, betont Prof. Wolters. „Da macht es mich froh, dass wir diesen Vorgang nicht nur passiv begleiten, sondern mit einer innovativen Idee auch aktiv etwas dagegen tun können“, sagt Elisabeth Pohlon.

Nach der virtuellen Bekanntgabe der Preisträgerinnen und Preisträger durch das BMBF wurde die feierliche Übergabe der Urkunde an Dr. Pohlon kürzlich in einem kleinen Festakt an der JLU nachgeholt. Anwesend waren auch Mandy Ascensi und Dr. Thomas Widmann von der TransMIT GmbH, die die Preisträgerin bei der Entwicklung des Kunststoffs begleitet.

Mit der Fördermaßnahme „GO-Bio initial“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Identifizierung und Entwicklung früher lebenswissenschaftlicher Forschungsansätze mit erkennbarem Innovationspotential.

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen

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