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Rückgang der Arbeitslosigkeit erfreulich, sollte jedoch nicht überinterpretiert werden

Bei der Arbeitsagentur Gießen ist im November die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen. Im jetzt abgelaufenen Monat waren insgesamt 18420 Menschen arbeitslos gemeldet, 631 weniger als noch im Oktober. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 auf nun 4,9 Prozent.
Ein Jahr zuvor waren im November 2787 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 4,2 Prozent.

  • Arbeitslosenquote sinkt im November um 0,2 Prozent auf nun 4,9 Prozent
  • 631 Arbeitslose weniger als im Vormonat, 2787 mehr als im November 2019
  • Stellenbestand und –zugang weiter unter dem Niveau des Vorjahres
  • Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit durch Teil-Lockdown wieder gestiegen

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist erfreulich, sollte jedoch nicht überinterpretiert werden“, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die Arbeitsmarktzahlen von November. „Alle betrachteten Personengruppen konnten profitieren. Männer und Frauen sowie Ältere und Jugendliche. Jedoch ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt unverändert angespannt. Daher ist es eine gute Entscheidung, dass Arbeitgeber die Kurzarbeit nutzen um ihre Mitarbeiter zu halten. Auch die Qualifizierung der Beschäftigten ist in dieser Phase sinnvoll und weitsichtig.“ Seine Mitarbeiter stünden Beschäftigten und Arbeitgebern gerne mit Rat und Tat beim Thema Weiterbildung zur Verfügung, ergänzt Schäfer.

Kurzarbeit
319 Betriebe haben im November im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Durch den neuen Teil-Lockdown musste nach mehrmonatigem Rückgang nun ein Anstieg der Zahl verzeichnet werden. Die Anzahl der in den Anzeigen betroffenen Personen* lag im abgelaufenen Monat bei genau 2000. Seit Jahresbeginn haben insgesamt 7418 Betriebe eine entsprechende Anzeige gestellt. Bis zu 83196 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Menschen* sind oder waren davon betroffen.

Unterbeschäftigung
Die Zahl der Menschen in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist im November zurückgegangen. 25129 Menschen waren registriert, 414 weniger als noch einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren noch 2269 Personen weniger verzeichnet.

Gemeldete Stellen
Nach der Anzahl gemeldeter Stellen, ist der Mitarbeiterbedarf bei Betrieben und in Unternehmen in den letzten Monaten gestiegen. Jedoch kann weder beim Zugang noch beim Bestand an offenen Stellen das Niveau des Vorjahres erreicht werden.
Den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Monat insgesamt 1258 neue Stellen. Dies waren 111 Stellen weniger als im November des Vorjahres.
Der Stellenbestand hat sich weiter erholt. Im jetzt abgelaufenen Monat wurde ein Bestand von 5219 Arbeitsstellen registriert. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat von 1005 Stellen oder gut 16 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Männer und Frauen
Nach Geschlechtern betrachtet hat sich die Arbeitslosigkeit im November bei Männern und Frauen positiv entwickelt. Die Zahl der erwerbslosen Männer sank nominal und die der Frauen prozentual stärker.
Bei der Arbeitsagentur Gießen waren im jetzt abgelaufenen Monat 7734 Frauen arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 287 mehr. Die Arbeitslosenquote der Frauen sank um 0,2 auf nun 4,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 1143 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 3,8 Prozent.
Im Oktober waren im Gießener Bezirk 10686 Männer erwerbslos gemeldeten. 344 männliche Erwerbslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und liegt nun bei 5,4 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 1644 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,6 Prozent.

Besondere Personengruppen
Wie im Oktober haben Ältere und Jüngere auch im November vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert.
1668 junge Menschen unter 25 Jahren waren im jetzt abgelaufenen Monat bei der Arbeitsagentur Gießen registriert. 178 Jugendliche weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote ging um 0,4 Prozentpunkte zurück und lag danach bei 4,1 Prozent. Im November des Vorjahres waren 216 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, weniger registriert. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,6 Prozent.
Im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur waren im November 5815 Ältere gemeldet, 104 weniger als noch im Vormonat Oktober. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 689 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,0 Prozent.

Regionale Unterschiede
Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit in den zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehörenden Landkreise, zeichnete sich im November ein positives Bild ab. In allen Kreisen ist die Zahl der Erwerbslosen gesunken.
Erwähnenswert ist auch, dass in Verbindung mit dem neuen Teil-Lockdown die Anzeigen auf Kurzarbeit nun wieder gestiegen sind.
Im Kreis Gießen waren im November insgesamt 8459 Menschen erwerbslos gemeldet, 308 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 auf nun 5,7 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,1 Prozent. Damals waren 983 Menschen weniger registriert. 98 Betriebe haben im November eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der insgesamt bis zu 620 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis Oktober hinzu, sind im Landkreis Gießen 2859 Betriebe und bis zu 34456 Personen* betroffen.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im November um 301 Personen auf jetzt 7732 gesunken. Die Quote ging um 0,1 zurück und liegt nun bei 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1534 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent. 157 Betriebe haben im November eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 912 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis Oktober hinzu, sind im Wetteraukreis 3459 Betriebe und bis zu 36176 Personen* betroffen.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im November gesunken. 2229 Personen waren arbeitslos gemeldet, 22 Personen weniger als noch im Oktober. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei 3,8 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 270 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,4 Prozent. 64 Betriebe haben im November eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 468 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis Oktober hinzu, sind im Vogelsbergkreis 1100 Betriebe und bis zu 12564 Personen* betroffen.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur und nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter) hat sich auf beiden Seiten im Gießener Agenturbezirk positiv entwickelt. Im November konnte Menschen im Bereich der Arbeitslosenversicherung etwas stärker profitieren.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im November 7849 Personen gemeldet, 323 weniger als im Vormonat Oktober. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 2084 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 308 Personen auf nun 10571. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 703 Personen weniger geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im November 5437 Arbeitslose, 213 Personen weniger gegenüber Oktober.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 3970 Arbeitslose gemeldet, 105 Personen weniger als im Vormonat Oktober.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1164 Arbeitslose im November betreut, zehn mehr als im Oktober.


* Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit sowie die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind.

 
01.12.2020 
Quelle: Agentur für Arbeit Gießen 

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