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08.06.2021

"Claire and the Elderly" beste Serie der Seriale

Niklas Bauer gewinnt den Best Pitch für seine Serienidee 

Die Seriale - DigitalSeriesFestival Giessen, Deutschlands renommiertestes internationales Festival für kurzformatige Serien und eines der wichtigsten Kulturereignisse der Region ist am Montag – erneut als digitales Live Event – zu Ende gegangen. Höhepunkt war die festliche Preisverleihung, die am Sonntagabend als Livestream auf der Homepage der Seriale und den Social Media Kanälen übertragen wurde, mit einem Red Carpet Event, bei dem über 100 Serienmacher*innen auf der ganzen Welt zugeschaltet waren und Kurzinterviews gaben.

Anna Schoeppe vom Hauptförderer HessenFilm und Medien meint: „Wie gut der Wechsel vom Kinosaal in ein digitales Event funktionieren kann, haben Csongor Dobrotka und sein Team mit großem Engagement wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Auch wenn das Herz der Seriale ohne Zweifel in Gießen schlägt, so ist sie zugleich in der Internationalität des Internets beheimatet und vernetzt so Webserienfans auf der ganzen Welt.“

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen, Dietlind Grabe-Bolz, ist stolz, dass sich das Festival zu einem internationalen Knotenpunkt um Webserien entwickelt hat. Sie eröffnete traditionell die Award Ceremony, die in Nicht-Pandemie-Zeiten im Rathaus stattfindet, und meinte, dass die internationalen Jurys eine schwierige Aufgabe hatten, die Gewinner in den diversen Kategorien zu eruieren.

Der mit 1.000 Euro dotierte Award für die Beste Serie ging an „Claire and the Elderly“, eine Dramaserie aus Kanada, die noch weitere zwei Mal für das Beste Drehbuch von Sarah Pellerin und dem Best Original Score ausgezeichnet wurde. In der Serie geht es um die neunjährige Claire, die nach einem Notruf, um ihre süchtige Mutter zu retten, vom Jugendamt abgeholt wird. Sie landet bei ihrer einzigen Verwandten, die sie noch hat: ihrer Großmutter, die in einer Seniorenresidenz wohnt.

Drei Awards räumte auch die australische Webserie „Love, Guns & Level Ups“, eine Action-Romantic-Comedy über die Welt der Videospiele und modernes Dating, ab: Best Editing, Best Sound Design und Best Costume Design.

Den Award für die Beste Regie erhielt die Drama-Fantasy-Serie „Cafe Midnight“ (Regie Ja-joon Koo) aus Südkorea, außerdem wurde Darstellerin Shi-woo Park als Best Supporting Actress ausgezeichnet. Eines Tages entdeckt hier ein junger Mann einen seltsamen Zettel mit einem Stellenangebot – eine Einladung ins Café Midnight, einem seltsamen Ort, der weder in einem Navi, noch auf einem Stadtplan zu finden ist. Er beginnt in dem Café, das nur von Mitternacht bis zum Morgengrauen geöffnet hat, zu arbeiten.

Die deutsche Comedy Serie „Miliz!“ wurde mit zwei Preisen bedacht für das Best Production Design und Luis Lüps als Best Supporting Actor. Helmut muss, nachdem seine Frau ihn rausgeworfen hat, bei seiner Oma in den Partykeller einziehen. Um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, gründet er eine fremdenfeindliche Bürgerwehr. Aber statt seine Frau wiederzubekommen, hat er nun einen Neonazi im Wohnzimmer sitzen.

Für seine Darstellung in der Comedyserie „For Peanuts / Für Umme“, in der er seiner heiß ersehnten Schauspielkarriere hinterherrennt und dafür bereit ist, alles zu tun, wurde Michael Fritz Schumacher mit dem Award Best Actor bedacht. 

Eine weitere prämierte deutsche Serie war die vom MDR produzierte Webserie „2 Minutes“, die für den Best Ensemble Cast ausgezeichnet wurde. Die Dramedy zeigt die emotionalen Geschichten, die sich in der Wartezeit auf das Ergebnis eines Schwangerschaftstests abspielen. „Finders Keepers“ („Wer’s findet“) aus Deutschland wurde der Beste Pilot. Darin finden drei Mitglieder eines Sportschützenvereins, eine Auszubildende, ein Start-upper und ein Ex-Polizist, durch Zufall eine abgestürzte Lieferdrohne mit einem Haufen illegalem Geld.

Beim Pitch Contest überzeugte das Konzept des Frankfurter Niklas Bauer, Absolvent des Filmstudiums der Hochschule Darmstadt, die namhafte Jury am meisten. In seiner Serienidee „Straight Acting“, die den Best Pitch gewann, geht es um Adoption in der LGBT+ Community. Da nur „schwierige“ Kinder an queere Pärchen vermittelt werden, versuchen die Protagonisten sich als heterosexuelle Paare auszugeben.

Umfangreiches Rahmenprogramm als internationales Branchentreffen

Ein umfangreiches Rahmenprogramm, das Educational und die Seriale Pro, das live aus dem Who killed the pig in Gießen gestreamt wurde mit insgesamt 67 vor Ort und online aus der ganzen Welt zugeschalteten Gästen, begleitete das Festival. Ein Hessenpanel fand außerdem im Lottehaus in Wetzlar statt. In dieser in der Branche renommierten mehrtägigen Businessveranstaltung, wurde das Potential des weltweiten Webserienmarktes erörtert. Dazu gab es auf der Plattform Wonder.me Gelegenheit zum Netzwerken.

„Online – aber Educational at its best!“ zieht Anja Henningsmeyer, Geschäftsführerin der hFMA, die zum 6. Mal diesen Programmteil unterstützt, ihr Fazit. „Nicht erst Corona hat gezeigt, dass digitaler Bewegtbild-Content zulegt. Umso mehr lohnt es sich, den Trend Digitaler Serien reflektierend zu begleiten und zu hinterfragen“. Das Educational beleuchtet Webserien von einer medienwissenschaftlich-praktischen Seite.

„Natürlich passt ein Festival für Webserien besser in die digitale Welt als vieles andere“, sagt  Bürgermeister Peter Neidel. „Dennoch wünschen wir uns, dass die Seriale im kommenden Jahr wieder mit all den internationalen Gästen hier vor Ort stattfinden kann.“ Die Stadt Gießen und Giessen Marketing haben die Seriale mit einigen Fahnen um das Rathaus in die reale Welt geholt. „Damit wollen wir zeigen, dass wir die Veranstaltung sehr schätzen und als Bestandteil der Stadtkultur sehen“, so der Geschäftsführer von Giessen Marketing, Frank Hölscheidt.

Festivalleiter Csongor Dobrotka zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Festivals: „Es waren wieder vielseitige, kreative und sehr hochwertige Digitale Serien im Programm und drei Tage lang hatten wir in unserer Streaminglocation spannende Panels und Interviews. Das Herzstück unseres Festivals, miteinander zu sprechen und das Format der Digitalen Serien durch den Austausch weiterzubringen, hat auf diese Weise wunderbar geklappt, trotz aller Einschränkungen.“  Er dankte außerdem seinem 70-köpfigem Team für den unermüdlichen Einsatz und den Förderern und Sponsoren, ohne die das Event nicht möglich gewesen wäre: die HessenFilm und Medien GmbH, die Stadt Gießen, die Stadt Wetzlar, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, die Wirtschaftsförderung Gießen, die hessische Film- und Medienakademie (hFMA) sowie SeekaTV. Die Serienfolgen waren während des Festivals kostenfrei auf Sparqfest zu sehen.

 

www.die-seriale.de

 

Quelle: die Seriale - 7th DigitalSeriesFestival Giessen

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