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19.12.2025

Neues Kapitel im Gießener Nahverkehr

Zum 01.01.2026: deutliche Verbesserungen im Busangebot und organisatorische Änderungen

Zum 1. Januar 2026 wird ein neues Kapitel im Öffentlichen Nahverkehr der Stadt Gießen aufgeschlagen. Zum einen ändern sich organisatorische Zuständigkeiten, zum anderen – und für die Fahrgäste viel wichtiger und sichtbarer – startet die Stufe 1 des Nahverkehrsplans und bringt viele Verbesserungen des Busangebots.

Verbesserungen im Busangebot

130.000 Buskilometer und 14.000 Fahrplanstunden zusätzlich pro Jahr: das sind Zahlen unter denen man sich zunächst wenig vorstellen kann. 5% mehr Kilometerleistung und eine Ausweitung der Betriebszeiten um 8% pro Jahr zeigen schon eher, dass die Verbesserungen zum 1. Januar den Gießener Nahverkehr deutlich attraktiver machen. Auf den Linien 3, 12, 13, 14, 800, 801 und 802 werden sich sowohl Linienwege als auch Fahrpläne ändern.

Im Süden der Kernstadt werden Schlangenzahl (Linie 13) und Dialysezentrum (Linie 14) jetzt auch abends, samstagnachmittags und den ganzen Sonntag angefahren. Die Linien 3 und 13 fahren von Schwarzacker und Schlangenzahl über die Petruskirche kommend nun über die Ludwigstraße zum Berliner Platz und weiter zum Neuen Friedhof. Der kürzere Fahrweg macht den Bus aus dem Südviertel schneller und weniger verspätungsanfällig.

Die Bedienung der Achse Aulweg sowie des Musikerviertels übernimmt die neue Linie 14, die im Halbstundentakt das Dialysezentrum mit dem Sandfeld verbindet. Auf dem Abschnitt Berliner Platz –Sandfeld ersetzt die Linie 14 dabei die Linie 12, die wiederum künftig von Gewerbegebiet West über Weststadt, Berliner Platz neu zur Pistorstraße im Schiffenberger Tal fährt. Dabei bedient sie auch die Ostschule und das Philosophikum.

Die Linie 801 fährt– wie bereits während der Baustelle im Alten Steinbacher Weg – nun regulär über den Schiffenberger Weg zum Philosophikum und verdoppelt so mit der Linie 802 die Bedienung dieser wichtigen Verkehrsachse. Das Philosophikum erhält damit tagsüber zwei Fahrten mehr pro Stunde und wird abends, samstags und sonntags deutlich länger und häufiger angefahren. Sonn- und feiertags werden die Linien 801 und 802 zum Schiffenberg verlängert und ersetzen die bisherige Linie 6. Gleichzeitig wird der stündliche Bedienungszeitraum zum Gießener Hausberg auf ca. 8.30 bis 20 Uhr ausgeweitet.

Die Frühfahrt und die Abendfahrten des Ringverkehrs in Wettenberg der Linie 800 werden in die Linien 801 und 802 integriert. In den Abendstunden verbessert sich dadurch das Angebot in die Weststadt und nach Wettenberg leicht. Die Schulfahrten zum Landgraf-Ludwigs-Gymnasium bleiben unter der Liniennummer 800 erhalten.

Bürgermeister Wright freut sich zudem auch über kleinere Änderungen mit großer Wirkung. „Die Linie 13 fährt jetzt zum Beispiel früher. Der erste Bus aus der Nord- und Innenstadt zum Uni-Klinikum kommt nun unter der Woche bereits um 5.47 Uhr an der Petruskirche an und ermöglicht einen Dienstbeginn um 6 Uhr.“

Mathias Carl, Geschäftsführer der MIT.BUS, betont, dass die Angebotssteigerungen durch Hebung von Synergien ohne zusätzliche Busse ermöglicht werden. „Unser Ziel ist und bleibt, Fahrzeuge und Personal klug einzusetzen und dadurch Synergien und Freiräume zu schaffen, die insgesamt ein besseres Angebot ermöglichen“, erklärt er die Idee. Patrik Jacob, Leiter des Büros für Nahverkehr und Mobilitätsmanagement der Stadt, ist sich sicher, dass die Verbesserungen bei der Gesamtheit der Fahrgäste positiv ankommen werden. „Uns ist bewusst, dass das neue Konzept für den ein oder anderen auch Einschränkungen oder Umgewöhnungen bringt, sei es den Entfall der gewohnten Direktverbindung oder ein etwas weiterer Fußweg bis zur nächsten Haltestelle. Wir haben aber Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen und ein rundes Konzept umgesetzt. In den nächsten Jahren streben wir weitere Verbesserungen an, zunächst entlang der Grünberger Straße bis zum Alten Flughafen.“

Wie im Nahverkehrsplan vorgeschlagen wurden entlang der betroffenen Linienwege drei Haltestellen umbenannt: Die Haltestelle „Friedhof“ heißt jetzt „Neuer Friedhof“, die Haltestelle „Nahrungsberg“ wurde entsprechend in „Alter Friedhof“ umbenannt. Die Haltestelle „Egerländer Straße“ ist jetzt nach dem „Landgraf-Ludwigs-Gymnasium“ benannt.

Ebenfalls bereits seit Fahrplanwechsel am 14.12. ist die Stadt Gießen an das vor einigen Jahren eingeführte Expressbusnetz des RMV angeschlossen. Die Buslinie X40 von Biedenkopf nach Gladenbach wurde über Lohra, Krumbach und Krofdorf-Gleiberg nach Gießen verlängert. Sie verkehrt montags bis samstags im Zweistundentakt bis zur Haltestelle „Parkhaus Lahnstraße“ auf der Westseite des Gießener Bahnhofs und bietet damit eine bequeme und umsteigefreie Verbindung aus dem Hessischen Hinterland nach Gießen. Die bisherigen schnellen Fahrten der Buslinie 372 zwischen Laubach und Gießen gehen in die neue Buslinie X34 (Schotten-Gießen) über. Die X34 bedient neu auch den Gießener Bahnhof und bietet eine verbesserte Verbindung u.a. zum Europaviertel. Die X34 fährt unter der Woche meist stündlich und neu auch samstags, hier im Zwei-Stunden-Takt.

Organisatorische Änderungen

Vor den Ausweitungen des Busverkehrs treten die organisatorischen Änderungen zum 1. Januar 2026 etwas in den Hintergrund. Zumal der Fahrgast hiervon nur punktuell und nach und nach Notiz nehmen soll. Gleichwohl gehen zum Jahresbeginn mit dem Inkrafttreten des öffentlichen Dienstleistungsauftrags zwischen Stadt und der Stadtwerke-Tochter MIT.BUS GmbH erfolgreiche Jahre zu Ende, in denen die Stadtwerke Gießen den Stadtverkehr in Gießen zunächst als Eigenbetrieb, später als Aktiengesellschaft selbst betrieben haben.

Aufgrund rechtlicher Vorgaben für Direktvergaben von ÖPNV-Leistungen an kommunale Unternehmen konnte der Dienstleistungsauftrag nur direkt an die MIT.BUS erteilt werden. Die Stadt übernimmt dabei die ihr zukommenden Aufgaben gemäß Hessischem ÖPNV-Gesetz und beauftragt die MIT.BUS mit der Durchführung des Busverkehrs und begleitenden Leistungen wie Vertrieb oder Planungsleistungen.

Abgeschlossen sind damit auch mittlerweile 11 Jahre Interimszustand, die aus einem langjährigen und letztlich gewonnen Rechtsstreit resultieren. Bürgermeister Wright dankt dem Vorstand der Stadtwerke und der Geschäftsführung der MIT.BUS für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der anspruchsvollen Umstrukturierung und ist sich sicher, dass damit für alle Beteiligten der Grundstein gelegt ist, um gemeinsam weiter den Gießener Nahverkehr auszubauen. Andreas Hergaß, Kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke Gießen nimmt diesen Gedanken auf und erklärt: „Der öffentlichen Dienstleistungsauftrag schafft gute Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche und erfolgreiche Weiterentwicklung des Nahverkehrs in Gießen. Die Kolleginnen und Kollegen unserer Tochter MIT.BUS werden zusammen mit der Stadt alles daransetzen, das Angebot immer weiter zu verbessern und so die Attraktivität des ÖPNV zu steigern. Mit dem Ziel, mehr Menschen für das Verkehrsmittel Bus zu gewinnen.“

Für die Fahrgäste sollen die organisatorischen Änderungen weitgehend im Hintergrund erfolgen. Die RMV-Mobilitätszentrale am Marktplatz bleibt wie gewohnt die zentrale Anlaufstelle zum Fahrkartenkauf, nach und nach werden beispielsweise die Abonnements auf die MIT.BUS umgestellt oder auf den Fahrkarten taucht das MIT.BUS-Logo auf.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Gießen, der MIT.BUS und der Stadtwerke Gießen

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