Gemeinsam Zukunft gestalten: Symposium zur Weiterentwicklung der Gießener Innenstadt
Wie sieht die Gießener Innenstadt von morgen aus und welche Rollen und Herausforderungen kommen dabei auf die Immobilienbesitzer*innen zu? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Symposium zur Weiterentwicklung der Innenstadt, zu dem Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Gießen eingeladen hatte. Mehr als 50 Eigentümer*innen von Innenstadt-Immobilien folgten der Einladung.
Ziel der Veranstaltung war es, die aktuellen Veränderungen in den Innenstädten verständlich einzuordnen und gemeinsam zu erarbeiten, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus konkret für Immobilienbesitzer*innen in Gießen ergeben. Fachvorträge und ein praxisnaher Workshop bildeten den Rahmen.
In seiner Eröffnung betonte Oberbürgermeister Becher das klare Bekenntnis der Stadt zu einer lebenswerten, lebendigen und multifunktionalen Innenstadt. Wie viele Städte in Deutschland befinde sich auch Gießen im Wandel. Der Einzelhandel bleibe dabei wichtig, zugleich verändere sich aber, was eine attraktive Innenstadt heute ausmache. „Kunst, Kultur, Handwerk, Dienstleistungen und eine hohe Aufenthaltsqualität gewinnen zunehmend an Bedeutung“, so Becher. „Gießen ist auf einem guten Weg. Dieser Weg ist aber noch nicht zu Ende und erfordert auch künftig gemeinsame Anstrengungen.“ Die Stadt werde ihren Beitrag weiterhin leisten. In den vergangenen Jahren seien rund 500.000 Euro Fördermittel für Projekte in der Innenstadt eingeworben worden. „Die gute Zusammenarbeit zwischen allen Akteur*innen ist Teil der Gießener DNA. Der heutige Tag ist ein deutlicher Beleg dafür“, erklärte der Oberbürgermeister.
Einen Überblick über die bundesweiten Entwicklungen bei Einzelhandelsimmobilien gab Dr. Josef Frechen von der Beratungsgesellschaft bulwiengesa. Er zeigte auf, wie sich die Anforderungen potenzieller Nutzer*innen verändert haben, und hob hervor, dass Gießen weiterhin überdurchschnittlich viele inhabergeführte Geschäfte aufweist.
Boris Hedde, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung, stellte die Erwartungen der Innenstadtbesucher*innen in den Mittelpunkt. Sein Appell: den Fokus stärker auf diejenigen zu legen, die die Innenstadt positiv wahrnehmen. In Gießen liege dieser Anteil fast sechs Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.
Im anschließenden Workshop diskutierten die Teilnehmenden konkrete Herausforderungen für Immobilienbesitzer*innen in Gießen und formulierten erste Arbeitsaufträge, die nun unter Federführung der Wirtschaftsförderung weiterbearbeitet werden. Die Rückmeldungen zum Symposium fielen durchweg positiv aus.