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Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen - steuerliche Berücksichtigung

Privatpersonen können im Bereich der haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen, aber auch der Handwerkerleistungen von einer Steuerermäßigung profitieren.

Wie profitieren Sie als Arbeitgeber eines haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisses oder Auftraggeber einer haushaltsnahen Dienstleistung?

Die Höhe der steuerlichen Förderung hängt von der Art des Beschäftigungsverhältnisses ab:

  • Bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen (Minijobs):

Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent des Arbeitsentgelts zuzüglich der hierauf entfallenden pauschalen Abgaben, höchstens EUR 510 jährlich. Die von der zentralen Einzugsstelle zum Jahresende erteilte Bescheinigung dient als Nachweis für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung.

  • Aufwendungen für andere haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen

Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens EUR 4.000 jährlich. Die Aufwendungen sind im Falle eines Beschäftigungsverhältnisses der Bruttoarbeitslohn zuzüglich der Sozial- und Unfallversicherungsbeiträge. Das Beschäftigungsverhältnis und die Zahlungen sind durch geeignete Unterlagen (z. B. Lohnunterlagen und Beitragsabrechnungen) nachzuweisen.

Bei der Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen handelt es sich bei den begünstigten Aufwendungen um den Arbeitslohn einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen- und Fahrtkosten zuzüglich des hierauf entfallenden Teils der Umsatzsteuer. Materialkosten bleiben außer Ansatz.

Begünstigt sind Tätigkeiten, die einen engen Bezug zum Haushalt haben und gewöhnlich durch dort wohnende Personen erbracht werden. Dazu gehören zum Beispiel die Reinigung der Wohnung, die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, Gartenpflegearbeiten (z. B. Rasenmähen) oder die Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern sowie von kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen zuhause.

Hinweis: Die Steuerermäßigung kann nicht in Anspruch genommen werden, wenn eine steuerliche Berücksichtigung als Kinderbetreuungskosten in Betracht kommt.

Wie profitieren Sie als Auftraggeber von Handwerkerleistungen?

Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen beträgt 20 Prozent des Arbeitslohns einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen- und Fahrtkosten zuzüglich des hierauf entfallenden Teils der Umsatzsteuer, höchstens EUR 1.200 jährlich. Materialkosten (z. B. Fliesen, Tapeten oder Pflastersteine) bleiben außer Ansatz.

Steuerlich begünstigt sind alle handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Hierzu zählen zum Beispiel die Arbeiten an Innen- und Außenwänden oder am Dach, die Erneuerung von Bodenbelägen, Fenstern und Türen, die Modernisierung eines Badezimmers, die Maßnahmen der Gartengestaltung sowie die Pflasterarbeiten auf dem Wohngrundstück.

Was ist bei Haushaltsgemeinschaften zu beachten?

Leben Eheleute oder alleinstehende ganzjährig in einem Haushalt zusammen, können die Höchstbeträge insgesamt jeweils nur einmal in Anspruch genommen werden.

Was ist außerdem wichtig?

  • Die Aufwendungen sind um Erstattungen von dritter Seite (z.B. Versicherungen) zu kürzen.
  • Die Steuerermäßigung kann nur in Anspruch genommen werden, soweit die Aufwendungen nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten darstellen und soweit diese nicht vorrangig als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt worden sind.

An wen muss ich mich wenden?

An das für Sie zuständige Finanzamt. Dieses können Sie nachstehend ermitteln.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Einkommensteuererklärung
  • ggf. Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Sie müssen für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten haben und die Zahlung muss auf das Konto des Leistungserbringers erfolgt sein. Es ist ausreichend, wenn Sie diese Nachweise auf Verlangen des Finanzamtes vorlegen können.

Welche Gebühren fallen an?

Welche Fristen muss ich beachten?

Wenn Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, ist diese von Ihnen grundsätzlich bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einzureichen (z. B. für das Jahr 2019 bis zum 31. Juli 2020). Werden Sie von Angehörigen der steuerberatenden Berufe steuerlich beraten, müssen Sie Ihre Steuererklärungen erst bis zum letzten Tag des Februars des Zweitfolgejahres abgeben.

Falls keine Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung besteht, können Sie die Veranlagung innerhalb von 4 Jahren nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres beantragen (Beispiel: die freiwillige Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2019 kann bis zum 31. Dezember 2023 beantragt werden; die Einkommensteuerveranlagung 2018 bis zum 2. Januar 2023, weil der 31. Dezember 2022 ein Samstag ist).

Anträge auf Berücksichtigung eines Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarfs im Lohnsteuerabzugsverfahren müssen bis spätestens 30. November des Jahres, für das der Freibetrag berücksichtigt werden soll, gestellt werden. Änderungen, die im Dezember eintreten, können somit erst im Lohnsteuerabzugsverfahren des folgenden Kalenderjahres berücksichtigt werden.

Rechtsgrundlage

Fachlich freigegeben am

03.01.2019

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