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05.05.2020

Corona-Pandemie lässt Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter steigen

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt erreicht. Dadurch hat sich die Zahl der Arbeitslosen und der Menschen in Kurzarbeit sprunghaft erhöht. Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen waren im April insgesamt 18654 Menschen arbeitslos gemeldet. 2075 mehr als im März. Dies entspricht einer aktuellen Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent, ein halbes Prozent höher als im Vormonat.
Im April 2019 3221 Menschen weniger im Gießener Bezirk gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent.

• Arbeitslosenquote steigt im April um 0,5 Prozentpunkte auf nun 5,0 Prozent
• 2075 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 3221 Arbeitslose mehr als im April 2019
• Die Anzahl neu gemeldeter Arbeitsstellen bricht um ein Drittel ein, der Bestand an Stellen sinkt um knapp ein Viertel
• Anzahl der Kurzarbeiter erhöht sich durch die Corona-Pandemie sprunghaft

„Entgegen der üblichen saisonalen Entwicklung ist die Zahl der Arbeitslosen im Zuge der Corona-Pandemie deutlich gestiegen“, kommentiert Björn Krienke, Geschäftsführer für den Operativen Bereich der Agentur für Arbeit Gießen, die jetzt veröffentlichte Statistik. „Allerdings liegt dies nicht an einer massiven Entlassungswelle, sondern vor allem an einem deutlichen Rückgang bei den Neueinstellungen. Die Zahl der Neuzugänge in Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zu den Vorjahren nur leicht gestiegen. Hingegen ist die Zahl der Abgänge aus Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich signifikant zurückgegangen.“ Zu der Entwicklung bei den Anzeigen auf Kurzarbeit sagt Krienke: „Wir stellen fest, dass sich viele Arbeitgeber für das Halten ihrer Beschäftigten entschieden haben. Dies zeichnet sich mit einem deutlichen Anstieg bei den Anzeigen auf Kurzarbeit ab.“ Jedoch flache sich diese Anzahl mit der Lockerung der Beschränkungen mittlerweile wieder ab. Die Neuzugänge sind tendenziell rückläufig und vorliegende Anzeigen sind nahezu vollständig elektronisch erfasst, so Krienke.

Kurzarbeit
Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen haben 4366 Betriebe Anzeigen auf Kurzarbeit gestellt. Dies entspricht etwas mehr als jedem vierten Betrieb (25,51 Prozent). Bis zu 42249 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Personen* sind davon betroffen. Ein Anteil von bis zu knapp 19 Prozent.
Seit Beginn der Corona-Krise haben 4877 Betriebe eine entsprechende Anzeige gestellt. Bis zu 50491 Menschen* sind oder waren davon betroffen

Unterbeschäftigung
Die Zahl der Menschen in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist, wie die Zahl der Arbeitslosen, nennenswert gestiegen. Dort waren im April 25168 Menschen registriert, 1213 mehr als noch einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren noch 2343 Personen weniger verzeichnet.

Gemeldete Stellen
Bei den neu gemeldeten Arbeitsstellen ist die Anzahl gegenüber dem Vorjahresmonat um gut ein Drittel gesungen. Der Stellenbestand sank um knapp ein Viertel.
Den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Monat insgesamt 915 neue Stellen. Dies waren 470 weniger als im April des Vorjahres.
Der Stellenbestand ist in gleichem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 1643 offene, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen auf nun 5381 zurückgegangen.

Männer und Frauen
Eine geschlechtsspezifische Betrachtung der Arbeitslosigkeit zeigt, dass Männer wie Frauen von einem Anstieg über zehn Prozent betroffen waren.
Im April waren im Gießener Bezirk 10858 Männer erwerbslos gemeldeten. 1149 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 auf nun 5,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 1948 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,6 Prozent.
7796 Frauen waren im April bei der Arbeitsagentur Gießen arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 926 weniger. Die aktuelle Quote erhöhte sich um 0,6 Prozent und lag danach bei 4,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 1273 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 3,8 Prozent.

Besondere Personengruppen
Während die Jugendlichen unter 25 Jahren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen waren, hat es die Älteren am wenigsten getroffen.
Im abgelaufenen Monat waren insgesamt 1914 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, registriert. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber März um 301 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Prozentpunkte auf nun 4,7 Prozent. Im April des Vorjahres waren 462 junge Menschen weniger gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent.
Im jetzt abgelaufenen Monat waren im Gießener Agenturbezirk insgesamt 5728 Ältere gemeldet, 426 mehr als noch im Vormonat März. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,4 auf nun 4,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 621 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,1 Prozent.

Regionale Unterschiede
Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist im April die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Gießen und Wetterau deutlich gestiegen. Im Wetteraukreis wurde der nominal und prozentual stärkste Zugang verzeichnet.
Im Kreis Gießen waren im April insgesamt 8606 Menschen erwerbslos gemeldet, 801 Arbeitslose mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 auf nun 5,9 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,1 Prozent. Damals waren 1353 Menschen weniger registriert. 1703 Betriebe haben im April eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der insgesamt bis zu 18147 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März hinzu, sind im Landkreis Gießen 1902 Betriebe und bis zu 21234 Personen* betroffen.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im April um 1091 Personen auf jetzt 7619 gestiegen. Die Quote erhöhte sich um 0,7 auf nun 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1609 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,6 Prozent. 2039 Betriebe haben im April eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 18221 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März hinzu, sind im Wetteraukreis 2255 Betriebe und bis zu 21476 Personen* betroffen.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im April vergleichsweise moderat gestiegen. 2429 Personen waren arbeitslos gemeldet, 183 Personen mehr als noch im März. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 auf nun 4,2 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 259 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,7 Prozent. 624 Betriebe haben im April eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 5881 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März hinzu, sind im Vogelsbergkreis 720 Betriebe und bis zu 7781 Personen* betroffen.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)
Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit der „Corona-Krise“ sind Arbeitslose im Bereich der Arbeitslosenversicherung (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur) sowie Menschen in der Grundsicherung (nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter) betroffen.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im April 7702 Personen gemeldet, 1071 mehr als im Vormonat März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 2020 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 1004 Personen auf nun 10952 an. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 1201 Personen weniger geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im April 5694 Arbeitslose, 426 Personen mehr gegenüber März.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4024 Arbeitslose gemeldet, 509 Personen mehr als im Vormonat März.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1234 Arbeitslose im April betreut, 69 mehr als im März.


* Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit sowie die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind.

 

Quelle: Agentur für Arbeit Gießen

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