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04.02.2021

Unterstützungsteams für Corona-Schnelltests in Pflegeheimen

Große Zahl der Schnelltests ist für viele Einrichtungen eine Herausforderung

Vorsichtig führt Franziska Schmock das flexible, dünne Teststäbchen ins Nasenloch ihrer Übungspartnerin. Sie dreht es sanft ein wenig, bevor sie es wieder herauszieht. Eigentlich ist Franziska Schmock als Stewardess bei Lufthansa über den Wolken unterwegs – jetzt hat sie die Uniform der Flugbegleiterin gegen Kittel und Schutzbrille getauscht. Sie hat sich für das Unterstützungsteam gemeldet, das der Landkreis zur Hilfe bei Corona-Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen schult und vermittelt.

Vor allem Studierende aus dem Medizinbereich, aber auch Personen aus anderen Bereichen haben sich auf die Aufrufe des Landkreises Gießen für die Unterstützung von Heimen gemeldet. Franziska Schmock zum Beispiel ist derzeit in Kurzarbeit zuhause. „Jetzt möchte ich mich gerne einbringen, um vor Ort zu unterstützen“, sagt sie.

Insgesamt haben sich seit Dezember mehr als 560 Menschen für den Unterstützungspool des Landkreises gemeldet. „Diese Resonanz ist toll“, sagt Landrätin Anita Schneider. „Wir stehen seit Monaten mit den Pflegeheimen regelmäßig im Austausch in Videokonferenzen und haben deren Bedarfe abgefragt. Wir können hier mit vielen hilfsbereiten und engagierten Menschen dazu beitragen, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen, wo es am dringlichsten ist.“

Test-Handhabung, Hygiene und der Umgang mit Älteren sind wichtig

Nicht alle über 500 Personen konnten sofort für Aufgaben akquiriert werden. Doch eine größere Zahl ist bereits im Einsatz: Seit Mitte Januar steht das insgesamt 38-köpfige Impflotsenteam in den Rathäusern älteren Menschen für alle Fragen rund um die Corona-Impfung zur Verfügung. Und mehr als 40 Personen wurden bisher – organisiert durch das Gesundheitsamt und die Altenhilfeplanerin des Kreises – in der Handhabung der Schnelltests geschult. In den ersten Kursen gab Hans-Christian Sudek vom Malteser-Hilfsdienst die Unterweisung, Sebastian Brucker von der Gefahrenabwehr des Landkreises übernimmt mittlerweile regelmäßig hausintern die Dozentenrolle.

In den Kursen geht es um viel mehr als nur das Einführen der Stäbchen: das richtige Desinfizieren der Hände oder das korrekte An- und Ablegen der Schutzkleidung sind ebenso wichtig – zum Schutz anderer und des Testpersonals selbst. Altenhilfeplanerin Ruth Hofmann gibt auch Hinweise über die Besonderheiten im Umgang mit alten oder pflegebedürftigen Menschen. „Denn auch viele Besucher*innen sind im Seniorenalter“, weiß sie. „Daher ist es zum Beispiel wichtig, gerade wegen der Masken laut und deutlich zu sprechen.“

Der Landkreis vermittelt die Test-Teams weiter an Pflegeheime. Nach der durch das Land vor kurzem nochmals verschärften Corona-Einrichtungsschutzverordnung müssen diese zweimal wöchentlich ihr Personal abstreichen. Und auch Besuche in Heimen sind nur möglich, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt – bei Schnelltests nicht älter als 24 Stunden, bei PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden. Die Heime selbst können den Personalaufwand der Testungen pauschal über die festgelegten Kostenerstattungen des GKV-Spitzenverbands abrechnen.

 

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