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17.07.2019

Umweltamt: Wespensaison hat wieder begonnen

Wespen und Hornissen werden vielfach als gefährlich, zumindest aber als sehr lästig empfunden. Niemand will sie in seiner Nähe haben. Wirklich gefährlich können sie jedoch nur für Menschen werden, die stark allergisch auf Stiche dieser Insekten reagieren und die kein „Notfall-Medikament“ zur Hand haben.

Unangenehm sind bei uns nur die Deutsche Wespe und die Gewöhnliche Wespe. Beide nisten in Wohngebieten z.B. in Erdlöchern oder Hohlräumen an Gebäuden. Alle anderen Wespenarten -dazu zählt auch die Hornisse, die größte in Mitteleuropa lebende Wespenart- sind selten und artenschutzrechtlich besonders geschützt, wie z. B. auch die besonders im Frühjahr zu beobachteten Solitärwespen. Sigrid Brühl von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Gießen gibt zu bedenken, dass Wespen im Naturhaushalt eine durchaus wichtige Funktion einnehmen. So vertilgen Deutsche Wespe und Gewöhnliche Wespe im Sommer viele Schadinsekten. Erst im Spätsommer, wenn die Arbeiterin nicht mehr mit Nestbau- und Brutpflege beschäftigt sind, können Deutsche und Gewöhnliche Wespe für den Menschen zur Plage werden. Dann landen sie auf dem Zwetschgenkuchen der Kaffeetafel. In vielen Fällen fällt ein Wespennest auch dann erst auf.

Im Moment erreichen die Untere Naturschutzbehörde vermehrt Anrufe, was zu tun ist, wenn sich Wespen oder Hornissen, die Hohlräume im Jalousiekasten zum Nestplatz erkoren haben oder direkt neben der Terrasse im Garten nisten. Grundsätzlich dürfen Hornissen nicht abgetötet, sondern nur umgesiedelt werden. Nur in Ausnahmefällen, wenn die Gesundheit des Menschen in akuter Gefahr ist, darf davon abgewichen werden. In jedem Fall ist aber die Untere Naturschutzbehörde zu beteiligen.

Für den Umgang mit der Deutschen oder Gewöhnlichen Wespe gibt es seriöse Fachbetriebe mit dazu erforderlicher Sachkenntnis, die beraten und erforderlichenfalls die Tiere auch umsiedeln können. Ein Abtöten ist oftmals nicht erforderlich. Bei der Beauftragung einer Wespenbeseitigung sollte sich der Auftraggeber immer den erforderlichen Sachkundenachweis der Firma zeigen lassen. Kommt es zum Abtöten geschützter Arten -die nur der Fachmann zu unterscheiden weiß- hat dies möglicherweise sogar ordnungsrechtliche Konsequenzen auch für den Auftraggeber.

Stadträtin Gerda Weigel-Greilich rät deshalb, sich bei Problemen mit Wespen und Hornissen in jedem Fall mit der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen. Seriöse Fachbetriebe können beim Umweltamt unter umweltamt@giessen.de oder unter der Rufnummer 0641/ 306-1118 erfragt werden.“

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