Rathaus

Seiteninhalt
04.10.2019

Nur Ratgeber statt Führungszeugnis

Verbraucherzentrale Hessen geht erfolgreich gegen amtsweg.com vor

Ein Führungszeugnis online beantragen? Einfach ist das nicht immer. Wer nicht aufpasst, kauft bloß einen digitalen Ratgeber, nicht das Dokument selbst. Das kann irreführend sein. Vor Gericht kämpfte die Verbraucherzentrale Hessen nun erfolgreich gegen einen Anbieter.
Wortreich erklärt die Seite www.amtsweg.com, was ein Führungszeugnis ist, wofür es gebraucht wird und was die gesetzlichen Grundlagen sind. Die Hessin Martina M. hatte wenig Zeit. Sie klickte sich schnell durch die Seite. „jetzt bestellen“, „Kasse“, 13 Euro. Wunderbar. Bis die E-Mail eintraf. Der Anbieter lieferte nur einen PDF-Ratgeber statt eines Führungszeugnisses. Verärgert meldete sie sich bei der Verbraucherzentrale.

Mit viel Text in die Irre geleitet

„Aus unserer Sicht war die Seite irreführend. Durch geschickte Formulierungen und viel Text verschleierte amtsweg.com, dass lediglich PDF-Dokumente angeboten werden“, so Kai-Oliver Kruske, Referent bei der Verbraucherzentrale. Erst im Rahmen eines Gerichtsverfahrens vor dem Landgericht Nürnberg verpflichtete sich das Unternehmen nun gegenüber der Verbraucherzentrale, die Seite zu überarbeiten.

Das echte Führungszeugnis

Das Führungszeugnis kann online nur beim Bundesamt für Justiz unter www.fuehrungszeugnis.bund.de beantragt werden. Erforderlich sind allerdings elektronischer Personalausweis und passendes Lesegerät. Immer wieder geraten wegen dieser Hürden Verbraucher an andere Anbieter. Ein Problem, das auch bei ESTA-Anträgen vor USA-Reisen oder Bonitäts-Auskünften vorkommt.
Die Verbraucherzentrale Hessen rät dazu, Angebote kritisch zu prüfen. Sie nimmt gerne Beschwerden entgegen und hilft bei Problemen mit Drittanbietern.

Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Gießen können das Führungszeugnis beim Stadtbüro beantragen.
Mehr Infos zur Beantragung finden Sie hier.

 

Quelle: Verbraucherzentrale Hessen

Seite drucken:

Seite empfehlen: