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15.01.2021

Erlass des Landes zum Schutz von Pflegeeinrichtungen: Gesundheitsamt ist vorbereitet

Viele Punkte werden umgesetzt / Neue Unterstützungsangebote

Das Gesundheitsamt des Landkreises sieht sich nach dem jüngsten Erlass des Landes Hessen zum verstärkten Schutz von Pflegeeinrichtungen gut aufgestellt. Wichtige Vorkehrungen, die das Sozialministerium in dieser Woche angewiesen hat, wurden bereits frühzeitig umgesetzt.

Unter anderem sieht der Erlass vor, dass sich in den Gesundheitsämtern Schwerpunktteams um die Eingrenzung von Infektionen in Pflegeeinrichtungen kümmern. „Diese Teams wurden im vergangenen Sommer gebildet“, berichtet Landrätin Anita Schneider. Auch Reihentestungen, die der Erlass festlegt, werden regelmäßig seit der ersten Infektionswelle im Frühjahr vorigen Jahres veranlasst. „Dies geschieht immer, wenn das Gesundheitsamt Anhaltspunkte für ein Ausbruchsgeschehen hat“, erklärt Dr. Anja Hauri, Sachgebietsleiterin Hygiene im Gesundheitsamt. Reihentestungen würden präventiv nach epidemiologischen Gesichtspunkten aber auch dann vorgenommen, wenn eine Einrichtung beispielsweise hygienische Auffälligkeiten, jedoch keinen einzigen bestätigten Infektionsfall vorweise.

Neues Testangebot für mobile Dienste

Die neue Einrichtungsschutzverordnung des Landes Hessen schreibt zudem vor, dass sich Pflegekräfte in Heimen zweimal wöchentlich Schnelltests unterziehen müssen, Pflegekräfte mobiler Pflegedienste einmal wöchentlich. Die erforderlichen Tests stellt seit November das Land Hessen den Heimen zur Verfügung. Diese müssen dafür individuelle Einrichtungsschutzkonzepte vorlegen.

„Die Ausweitung der Tests bedeutet für die ohnehin stark belasteten Pflegeeinrichtungen eine weitere Herausforderung“, sagt Landrätin Schneider. „Daher wird der Landkreis hier Unterstützungsangebote machen.“ Das Gesundheitsamt wird in Kürze gemeinsam mit den Partnern DRK und Johanniter Schnelltests für die Beschäftigten ambulanter Pflegedienste sowie von Tagespflegeeinrichtungen anbieten. Außerdem wird der Landkreis sich nach einem entsprechenden Angebot auf Bundesebene um Unterstützung der Bundeswehr bei Abstrichen für Pflegekräfte in Pflegeheimen bewerben. Deutschlandweit stehen 10.000 Bundeswehrkräfte dafür zur Verfügung. Bereits jetzt gibt es eine Unterstützung bei Tests durch DRK und Johanniter. Das Gesundheitsamt wird zudem weiterhin Schulungen für Pflegekräfte anbieten, damit Tests korrekt vorgenommen werden. Um auch mobile Pflegedienste zu informieren, versendet das Gesundheitsamt Schreiben und bereitet eine Telefonkonferenz zum Austausch mit den Pflegediensten vor.

„Die Corona-Pandemie zeigt deutlich, wie groß der Mangel an Pflegekräften und die Belastung in Pflegeberufen sind“, sagt Landrätin Schneider. „Ein großes Dankeschön gilt allen, die in dieser Ausnahmesituation im Alltag für pflegebedürftige Menschen da sind.“ Es sei daher auch zu begrüßen, dass das Land Hessen den Corona-Pflegebonus erhöht habe.

Landrätin Schneider möchte Pflege- und Heimaufsicht einbinden

Landrätin Anita Schneider hat außerdem das für die Pflege- und Heimaufsicht sowie den Arbeitsschutz zuständige Regierungspräsidium Gießen angeschrieben und um Einbindung in die Prozesse zum verstärkten Schutz der Pflegeeinrichtungen gebeten. Auch diese Einbindung sieht der Erlass des Landes vor. „Unabhängig davon informiert das Gesundheitsamt die Heim- und Pflegeaufsicht, wenn Engpässe in der Pflege bekannt werden. Hier gilt es aber, verstärkt Synergien zu schaffen“, sagt Schneider.

Die mobilen Impfteams im Landkreis Gießen beginnen in Kürze mit den ersten Zweit-Impfungen in den Pflegeheimen. Auch wenn die Impfungen zum Schutz der besonders gefährdeten älteren Menschen beitragen, bedeuteten sie nicht, dass Hygiene- und Schutzvorkehrungen aufgehoben werden können. Auch geimpfte Menschen können möglicherweise das Virus noch übertragen.

 

Quelle: Landkreis Gießen

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