Rathaus

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07.11.2019

100 Jahre Bauhaus: Schüler machen Rathaus zum Soundhouse

Antrag: Pling - Abstimmung: Plong - Bitte Ruhe - Toktoktok: Pssst!

Kinder der Klasse 4b der Georg-Büchner-Schule probieren Neues aus: In einem Workshop, der über drei Tage im Gießener Rathaus und in der Schule stattfand, wuchsen die Kinder mit den Mitteln von Musik und Architektur zu einem „demokratischen Ensemble“ zusammen.

Anlass des Projektes ist das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus. „Im Bauhaus ging es um ganzheitliches und soziales Lernen, um fachübergreifende Themen und um materialbezogene Arbeit“, sagt die Architektin Martina Nadansky, die gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin und -pädagogin Claudia Jirka das Projekt mit dem Titel „bauhaus soundhouse“ entwickelt hat. Klassenlehrerin Silja Melch, Musiklehrer Dominik Reh und Integrationshelferin Frau Balkan unterstützten und begleiteten über die drei Tage hinweg.

Das Projekt startete am ersten Tag mit einer Begrüßung durch die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und einer Führung durch das Rathaus. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ der Plenarsaal, wo die Kinder etwas über die Arbeit des Stadtparlaments hörten. Im Anschluss begann die Suche nach verbauten Materialien im Haus – Werkstoffe, die bereits vor 100 Jahren verwendet wurden: Metall, Holz, Glas, Stein, Keramik und Stoff. „Die Kinder sind durch das Haus gestreift und haben das Material auch auf seine Klangeigenschaften hin untersucht“, erklärt Jirka. „so entstanden kleine Materialkompositionen mit der Steintreppe, mit dem Holz am Sitzungssaal, mit einer gläsernen Ruhezone und der Metall-Abgrenzung eines Kunstwerks im Flur“.

Wie einst die Bauhäusler experimentierten die Schülerinnen am zweiten Tag in der Schule mit den Materialien und erweiterten die Kompositionen vom Vortag. Am dritten Tag dann das große „Konzert“, stilecht im Konzertsaal des Rathauses: Wie klingt das Rathaus? Die Idee der Komposition der Kinder greift nochmals den Plenarsaal auf: Ein „Schüler-Präsident“ leitete die „Sitzung der Material-Parteien“ Stein, Holz, Glas und Metall. Diese berieten und stimmten musikalisch über Anträge ab. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Stadträtin Astrid Eibelshäuser, Vertreterinnen des Kultur- und des Hochbauamtes, die Leiterin der Georg-Büchner-Schule Harriet Kühnemann und Eltern spendeten begeistert Applaus.

Sehr unterschiedlich antworten die Kinder auf die Frage, was ihnen in den drei Tagen am besten gefallen hat – es bringt zum Ausdruck, auf wie vielen Ebenen die Kinder Erfahrungen gemacht haben: Aliya, 9 Jahre, mochte am liebsten, dass sie vor Publikum aufgetreten ist, „unsere Abstimmung!“. Kasra, 9 Jahre sagt: „Ich mochte die Wörter, die wir im Konzert gesagt haben, das Wort Schornstein.“ „Ich mag das Geräusch, das wir mit dem Metall gemacht haben“, sagt Mohammed, 11 Jahre. „Mir hat am besten gefallen, dass ich die Oberbürgermeisterin gesehen habe“, freut sich Marjan, 10 Jahre alt. „Die Projektarbeit mit den Mitteln der partizipativen ästhetischen Bildung führt zu starken individuellen und zugleich  gemeinschaftlichen Erfahrungen, die in diesem Projekt mit dem Betreuungsschlüssel 5:20 möglich war.“,  resümiert Jirka.

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