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04.09.2020

Radfahren: Sicherer durch die die Moltkestraße und schneller über den Berliner Platz

Es gibt gute Nachrichten für Radfahrer: In der Neuen Bäue starten sie künftig vor dem Kfz-Verkehr in den Knotenpunkt Berliner Platz und in der Moltkestraße gibt es mehr Sicherheit durch aufgeweitete Radaufstellstreifen, so genannte "ARAS".

Die erforderlichen Markierungsarbeiten für die ARAS werden in der nächsten Woche (8./9. September) am Verkehrs-Knotenpunkt Moltkestraße/Roonstraße/Eichgärtenallee vom Tiefbauamt vorgenommen. „Die Maßnahmen dienen dazu, die Konflikte zwischen geradeausfahrendem Radverkehr und (wartepflichtigem) rechts einbiegenden Kfz-Verkehr zu entschärfen“, informiert Verkehrsdezernent Bürgermeister Peter Neidel.

In der Moltkestraße gibt es bereits vorgezogene Haltlinien. Mit der Aufrüstung Ampel im Herbst sollen Radsignale für indirektes Linksabbiegen installiert und entsprechende Aufstellflächen markiert werden. Nicht jeder Radfahrer fühlt sich sicher genug, über eine Fahrspur auf die Linksabbiegespur zu wechseln. Deshalb wird zusätzlich auf der Hauptstraße das Angebot für das indirekte Linksabbiegen in die Eichgärtenallee geschaffen. Wer nicht direkt abbiegen möchte, bleibt rechts auf dem Radfahrstreifen, fährt zunächst auf der markierten Radfurt geradeaus über die Kreuzung und bleibt anschließend auf dem mit einem Fahrradpiktogramm und Linksabbiegepfeil versehenen Aufstellbereich rechts davon stehen. Dort wartet man, bis das separate Radsignal "Grün" zeigt und quert dann die Straße mit dem kreuzenden Verkehrsstrom aus der Seitenstraße - natürlich mit Grünvorlauf. Die Wahlmöglichkeit wird mit einem Hinweisschild vorangekündigt. Das indirekte Linksabbiegen dauert in der Regel länger als das direkte, ist dafür aber gesichert und konfliktfrei. In die Roonstraße dagegen wird durch das indirekte Linksabbiegen die bisher fehlende Fahrbeziehung überhaupt erst ermöglicht. Hier wird somit keine Wahlfreiheit bestehen.

In den Seitenstraßen werden aufgeweitete Radaufstellstreifen (ARAS) mit Vorbeifahrstreifen markiert. In der Eichgärtenallee werden hierfür die beiden für Schwerverkehr ohnehin zu schmalen Fahrspuren Richtung Moltkestraße in eine zusammengefasst. Auf dem ARAS stellen sich Radfahrer nebeneinander vor den wartenden Kfz auf und sind damit im Blickfeld. Das ist insbesondere bei LKWs und Bussen ganz wichtig. Zur eigenen Sicherheit sollten sich Radfahrer niemals neben Schwerverkehr aufstellen. Im Pulk geben sie dann auch schneller den Weg für rechtsabbiegende Kfz frei als hintereinander fahrend. Damit kann der rechtsabbiegende Verkehr besser abfließen.

Hat die Ampel aber schon auf „Grün“ geschaltet, bringen weder vorgezogene Haltlinie noch ARAS einen Sicherheitsgewinn für den Radverkehr. Auch wenn geradeausfahrender Radverkehr Vorfahrt gegenüber rechtsabbiegendem Kfz-Verkehr hat, sollten sich Radfahrer insbesondere bei LKWs zur eigenen Sicherheit nicht darauf verlassen und davon absehen, bereits rollende Fahrzeuge rechts zu überholen.

Die Haltlinien für den Kraftfahrzeugverkehr werden gegenüber denen des Radverkehrs deutlich zurückgenommen, damit dieser nicht im toten Winkel zum Beispiel von LKWs zum Stehen kommt. In der Roonstraße wie auch der Eichgärtenallee erhalten Radfahrer zudem vor dem Kfz-Verkehr grün, damit sie früher die Konfliktfläche erreichen als einbiegender Kfz-Verkehr. Die speziellen Radsignalgeber werden im Herbst montiert. Die Markierungen, die für mehr Sicherheit sorgen, sollen vorgezogen werden.

Schneller geht es künftig für Radfahrer über den Berliner Platz: Ebenfalls in der nächsten Woche (8./9. September) wird am Verkehrs-Knotenpunkt Neuen Bäue/Berliner Platz vom Tiefbauamt durch Änderungen in der Straßenmarkierung der Komfort für geradeausfahrende und linkseinbiegende Radfahrer gesteigert.

„Die wiederkehrenden Messungen im Rahmen des Forschungsprojekts Movebis zeigen, dass die Neuen Bäue eine der wichtigsten Achsen für den Radverkehr ist. Ohne kostenintensive Umbaumaßnahmen soll der Radverkehr in allen Fahrbeziehungen vor den wartenden Kfz-Verkehr gebracht werden und so bei Grün schneller über den Berliner Platz kommen.“, informiert Verkehrsdezernent Bürgermeister Peter Neidel.

Schon lange sind sog. „Kuchenbleche“ vor den Kfz-Haltlinien markiert. Ohne Vorbeifahrstreifen sind die aber laut Straßenverkehrsordnung legal nur zwischen der rechten Kfz-Spur und dem Bordstein erreichbar oder vom ohnehin ersten Fahrrad in der Schlange. Sie bieten auch lediglich Platz für ein Fahrrad. Die Fahrbahn Richtung Berliner Platz wird mit der Markierungsmaßnahme neu aufgeteilt. Die getrennt signalisierte Rechtsabbiegespur bleibt. Die Aufstellfläche vor dieser Kfz-Haltlinie wird großzügiger. Die verbleibende Fläche wird aufgeteilt auf eine gemeinsame Fahrspur für den geradeausfahrenden und linkseinbiegende Verkehr sowie einen Radfahrstreifen für den geradeausfahrenden Radverkehr samt aufgeweitetem Radaufstellstreifen (ARAS). Linkseinbiegende Radfahrer können bei Rot ebenfalls den Vorbeifahrstreifen nutzen, um sich links auf dem ARAS einzuordnen. Schaltet die Ampel in der Anfahrt auf grün, soll er die Fahrspur nutzen und sich dort mittig einordnen, um nicht mit dem geradeausfahrenden Kfz-Verkehr in Konflikt zu kommen. Die Fahrspur ist ohnehin so schmal, dass Radverkehr nicht mit dem erforderlichen Abstand von mind. 1,5 m überholt werden könnte.

In Gegenrichtung wird die Linksabbiegespur für den Radverkehr in die Johannesstraße deutlich verlängert.

Um die Übersicht beim Ausparken zu erhöhen und damit das Risiko insbesondere für den Fahrradverkehr zu reduzieren, werden in Kürze die Schrägparkplätze in der Neuen Bäue in Längsparkplätze umgewandelt werden, kündigt Bürgermeister Neidel an. Außerdem wird der Gehweg bei der Einmündung Sonnenstraße durchgezogen werden. Dies verdeutlicht nicht nur den Vorrang von Radverkehr und Fußverkehr entlang der Neuen Bäue – Schulstraße gegenüber Rechtsabbiegern, sondern stärkt diese wichtige Fußverkehrsachse auch, in dem Fußverkehr auch gegenüber Einbiegern Vorrang erhält.

 

Radfahren in Gießen

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