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14.06.2024

Neugestaltung Ludwigstraße: Was ist ein Fahrradschutzstreifen und welche Regeln gelten?

Kürzlich wurde ein weiterer Abschnitt für den Verkehr in der neugestalteten Ludwigstraße freigegeben. Im Zuge der Neugestaltung wurde auf beiden Seiten ein Schutzstreifen für Fahrräder eingerichtet.

„Das soll den Verkehr sicherer machen. Insbesondere ermöglichen diese Führungen dem Radverkehr, sich bei Rot an den Kreuzungen vor den wartenden Kfz aufzustellen, und sich damit nicht im „toten“ Winkel der Autofahrer befinden“, erklärt Bürgermeister Alexander Wright.

Diese Schutzstreifen kennen wir bereits unter anderem aus der oberen Ludwigstraße, der Ringallee und der Robert-Sommer-Straße. Diese Radverkehrsanlagen werden durch das Verkehrszeichen 340 (Markierungen und Piktogramm) ausgewiesen.

Was aber gibt es für die Verkehrsteilnehmer zu beachten?

Der Schutzstreifen gehört den Radfahrern: Das heißt, dass Kraftfahrzeuge den Schutzstreifen ausschließlich im Begegnungsverkehr mit Schwerverkehr befahren dürfen, egal, ob Radelnde gerade auf dem Schutzstreifen unterwegs sind oder nicht. Der Schutzstreifen darf zum Abbiegen überquert werden, wenn eine Hofeinfahrt erreicht werden soll oder wenn man ausgewiesene Parkplätze neben dem Schutzstreifen benutzen möchte. Alles natürlich nur, wenn der Radverkehr nicht behindert oder gar gefährdet wird. Deshalb gilt auch ein generelles Haltverbot. Bei Nichtbeachten werden Verwarnungs- bzw. Bußgelder in Höhe von 55 € bis maximal 100 € fällig. Auch ein Punkt in Flensburg droht bei Behinderung, Gefährdung oder einem Unfall. Fahrzeuge, die auf einem Schutzstreifen parken, können sofort abgeschleppt werden. Hier würden weitere Kosten in Höhe von mindestens 284 € entstehen.

Radfahrer oder Elektrokleinstfahrzeuge dürfen innerorts nur mit einem Mindestabstand von 1,5 m überholt werden. Die geringe Fahrbahnbreite in der Ludwigstraße macht ein Überholen mit dem erforderlichen Sicherheitsabstand bei Gegenverkehr unmöglich. Auch ohne entgegenkommendes Fahrzeug muss bei einem Überholvorgang die Mitte der Straße genutzt werden. Der Überholabstand muss immer zu Radfahrern auf dem Schutzstreifen oder auf dem Radfahrstreifen eingehalten werden.

Besteht eine Benutzungspflicht für den Schutzstreifen für Radfahrer? 

Nein, da es sich nicht um eine durch Verkehrszeichen ausgewiesenen baulichen Radweg oder markierten Radfahrstreifen handelt, besteht keine Benutzungspflicht für Radfahrer. Entsprechend gibt es keine Bußgelder in diesem Zusammenhang. Allerdings gilt das Rechtsfahrgebot, was die Nutzung in der Regel einschließt.

Radfahrer müssen nach dem Rechtsfahrgebot immer in Fahrtrichtung auf dem Schutzstreifen fahren. Sogenannte Geisterfahrer müssen mit einem Bußgeld von 20 € rechnen. Das Ausweichen auf einen nicht durch Beschilderung oder Markierung freigegebenen Gehweg ist auch verboten und wird laut Bußgeldkatalog sogar mit 55 € geahndet.

Übrigens gelten die Regeln auch an Wochenenden, Feiertagen und natürlich auch nachts.

Als Radfahrer bei Dunkelheit richtig gesehen werden

Um bei Dämmerung und Dunkelheit gut zu sehen und auch von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, benötigen Radfahrer die richtige Beleuchtung. Unter anderem ist auch eine LED-Beleuchtung geeignet. Als rechtliche Grundlage schreibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vor, dass die sogenannten lichttechnischen Einrichtungen am Fahrrad über eine Zulassung verfügen müssen. Mangelt es an der richtigen Beleuchtung oder ist die Beleuchtung nicht korrekt angebracht, drohen Verwarnungsgelder von 25-35 €. Gerade eine mangelhafte oder nicht vorhandene Beleuchtung ist einer der häufigsten Unfallursachen.

In der StVZO ist vorgeschrieben, welche Beleuchtungskomponenten am Fahrrad vorhanden sein müssen und was erlaubt ist. Die Bauartgenehmigung für alle Fahrzeugteile, darunter auch für die Beleuchtung, ist dort geregelt. Zugelassene Beleuchtungskomponenten sind an einer Wellenlinie, dem Großbuchstaben K und einer Zulassungsnummer erkennbar.

Geregelt ist auch, welche Energiequellen für die Beleuchtung erlaubt sind. Galt bis 2013 die Dynamopflicht, so sind inzwischen auch Akkus und Batterie betriebene Lichter erlaubt. Diese müssen übrigens auch Tagsüber mitgeführt werden, damit die Benutzung bei schlechter Sicht, wie z. B. Nebel oder starkem Regen, sichergestellt ist. Die früher üblichen Seitenläuferdynamos dürfen nach wie vor benutzt werden, doch haben sich inzwischen leichtgängige Nabendynamos etabliert. Werden Schlussleuchte und Scheinwerfer durch eine Lichtmaschine (Dynamo) betrieben, dürfen sie nur gemeinsam einschaltbar sein.

Folgende Vorschriften gelten für das Fahrrad:

  • Frontscheinwerfer, mit weißem Abblendlicht, der blendfrei eingestellt sein muss und nicht blinken darf, mit einer Beleuchtungsstärke von mindestens 10 Lux
  • Ab einer Fahrradbreite von einem Meter müssen zwei Frontscheinwerfer vorhanden sein.
  • Nach vorn ist mindestens ein weißer Frontrückstrahler vorgeschrieben, der bei vielen Dynamoscheinwerfern bereits integriert ist. Eine Montagehöhe von 40 bis 120 Zentimetern ist zugelassen.
  • Mindestens ein rotes Rücklicht muss vorhanden sein, das in einer Höhe von 25 bis 120 Zentimetern montiert sein muss. Das Rücklicht darf nicht blinken. Es darf über eine Bremslichtfunktion verfügen.
  • Mindestens ein roter Heckrückstrahler der Kategorie „Z“ muss vorhanden sein. Er ist an einem aufgedruckten „Z“ zu erkennen. Häufig ist er bereits in das Rücklicht integriert. Genau wie das Rücklicht muss der Heckrückstrahler in einer Höhe von 25 bis 120 Zentimetern montiert werden.
  • Die Beleuchtung muss am Fahrrad befestigt sein, nicht an der Kleidung oder am Helm. Hier dürfen nur zusätzliche Beleuchtungen angebracht sein.

Empfehlenswert sind auch Reflektoren an der Kleidung und am Fahrrad. 

Und noch ein ganz wichtiger Aspekt: Zum persönlichen Schutz empfiehlt es sich, einen Helm zu tragen. Verletzungen werden durch einen Helm erheblich reduziert.

Fahrradfahren in Gießen

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