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20.09.2019

Fortschritt für Radverkehr im Aulweg

Schutzstreifen in Kombination mit Arbeiten am Leitungsnetz

Der Aulweg wird im Radverkehrsentwicklungsplan als Teil einer wichtiger Fahrradachse genannt, deren Qualität anzuheben ist. So werden bergauf Radverkehrsanlagen vorgesehen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte 2010 beschlossen, dass verkehrliche Infrastrukturmaßnahmen in die jeweiligen Um- und Ausbauplanungen aufzunehmen und bei allen sonstigen stadtbaulichen Maßnahmen zu berücksichtigen sind. Im Aulweg war es jetzt wieder soweit. Wegen Arbeiten am Leitungsnetz der Stadtwerke wurde im Zuge einer koordinierten Baumaßnahme mit dem Tiefbauamt der Gehweg zwischen Riegelpfad fast bis zur Liebigstraße erneuert. Ein Anlass, um auf der Fahrbahn Platz für einen Schutzstreifen bergauf zu schaffen, indem der Bord zurückgelegt wurde. Die Markierung des Schutzstreifens folgt Ende September.

„Bergauf sind Radverkehrsanlagen besonders wichtig, da die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen (nicht elektrisch unterstütztem) Radverkehr und Kraftfahrzeugverkehr hier besonders groß ist und weniger fitte Radfahrer mehr Platz benötigen. Bergab dagegen gleicht sich die Geschwindigkeit eher an. Ist nur Platz für eine Radverkehrsanlage in eine Fahrtrichtung, wird deshalb die Fahrtrichtung bergauf gewählt.“, so Verkehrsdezernent Bürgermeister Peter Neidel.

Der Gehweg war großzügig bemessen, wovon die Fußgänger aber nichts hatten, da illegales Gehwegparken bisher geduldet wurde. Bequem bewegen konnte sich auf der verbleibenden Fläche nur ein durchschnittlich breiter Mensch, Begegnungen ohne am Autospiegel oder der Mauer hängen zu bleiben waren aber ausgeschlossen. Dagegen war es für Menschen mit Einkaufstaschen oder mit Kinderwagen, Kinder, die mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen müssen, oder Blinde mit Begleitung eng. Noch ein Grund, den öffentlichen Verkehrsraum gerecht und nach dem Planungsgrundsatz „von außen nach innen“ aufzuteilen. Zuerst einen sicheren Raum für Fußgänger schaffen, der auch Begegnungen zulässt. Richtlinien sehen eine Mindestbreite von 2,5m vor. Dann der fließende Verkehr, also erst der Radverkehr - berücksichtigt durch den Schutzstreifen bergauf, anschließend der Kraftfahrzeugverkehr – auch Begegnungen von Bussen müssen weiterhin möglich bleiben. Der ruhende Verkehr kommt an letzter Stelle. Bürgermeister Neidel erläutert, dass Stellplätze im öffentlichen Verkehrsraum vorrangig für den Wirtschaftsverkehr und für Besucher gedacht seien. Dennoch versucht die Stadt natürlich gerade in Altbauquartieren mit hohem Parkdruck, möglichst viele Parkplätze zu erhalten. In diesem Abschnitt des Aulwegs verbleibt für den ruhenden Verkehr aber kein Platz mehr. Er kündigt an, dass ab sofort nicht nur das Parken auf der Fahrbahn verwarnt werden wird, sondern auch das Gehwegparken.

Weiterhin konnte im Zuge der Baumaßnahme der Fußgängerüberweg („Zebrastreifen“) auf Höhe der Liebigstraße erneuert und barrierefrei ausgebaut werden.

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