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20.07.2021

Sanierung eines Teilstückes des Abwasser-Hauptsammlers zum Klärwerk

Schon viele Jahrzehnte für die Bevölkerung unbemerkt leitet der wichtige Hauptsammler das Abwasser der Bewohner aus großen Teilen von Gießen und einigen Orten der Gemeinden Buseck, Reiskirchen, Grünberg und Fernwald in das Gießener Klärwerk und leistet damit wertvolle Dienste.

Die damaligen Arbeiter haben bei der Errichtung des Hauptsammlers eine hervorragende Arbeit geleistet, denn sonst hätte dieser Kanal nicht so lange die wichtige Abwasserbeseitigung vollbringen können. Aber nach 115 Jahren nagt am Kanal nun der Zahn der Zeit.

Die Mittelhessischen Wasserbetriebe sanieren einen 470 m langen Teilabschnitt des mit Klinkermauerwerk gemauerten Großprofilkanales. Der Abwasserkanal in Form eines Ei-Profiles ist ca. 1,95 m hoch und ca. 1,50 m breit. Bei den turnusmäßigen Inspektionen durch Begehungen wurden Mängel festgestellt, deren Schadensbild eine kurz- bzw. mittelfristige Sanierung des Kanales zwingend erforderlich machen. Bei diesem Abwasser-Hauptsammler handelt es sich sozusagen um die „Hauptschlagader“ des Gießener Kanalnetzes.

Die Sanierung des ca. 1500 m langen Kanales zwischen Bahnhofstraße Ecke Alicenstraße und Klärwerk erfolgt je nach Schadensbild abschnittsweise. Ein 140 m langer Teilabschnitt zwischen Bahnhofstraße und Sieboldstraße konnte bereits in 2018 im sogenannten Schlauchliningverfahren unterirdisch saniert werden. Nun soll ein weiterer Abschnitt mit einer Länge von 470 m, im Bereich der Lahn zwischen Henriette-Fürth-Straße und Klärwerk, ebenfalls im Schlauchliningverfahren für die nächsten Jahrzehnte ertüchtigt werden.

Es gibt nur wenige Firmen in Deutschland, die in der Lage sind, eine solch anspruchsvolle, an die Grenze des technisch machbaren, Sanierung durchführen zu können. Mit der Firma Aarsleff Rohrsanierung GmbH wurde hierfür ein erfahrenes Unternehmen gefunden.

Die komplette Planung, Projektsteuerung, Ausschreibung und Bauüberwachung wurden bzw. werden von den MWB selbst durchgeführt.

Die technisch aufwendigen Sanierungsarbeiten werden Anfang August beginnen und voraussichtlich Mitte November abgeschlossen sein. Um die Sanierungsarbeiten ausführen zu können, muss der Kanal zunächst „trocken“ gelegt werden. Das Abwasser wird für den Zeitraum der Arbeiten über eine oberirdisch verlegte Pumpleitung umgeleitet. Dazu wird eine Pumpenstation vor dem Sanierungsabschnitt aufgestellt. Diese fördert das ankommende Abwasser (bis zu 1.600 Liter/Sekunde) und leitet es durch oberirdisch verlegte Stahlrohre auf dem entlang der Lahn verlaufenden Rad- und Fußweg zum Klärwerk. Deshalb ist es erforderlich den Weg zwischen Hüttenweg und Wieseckmündung für die gesamte Bauzeit zu sperren und eine Umleitung anzubieten. 

Vor dem Einbau der Schlauchliner sind umfangreiche Vorsanierungen in dem begehbaren Kanal erforderlich. Die Anlieferung der Liner erfolgt früh morgens mit Schwertransporten von ca. 35 m Länge mit einem Gesamtgewicht von ca. 160 Tonnen.

Der Einbau des aus mit Harz getränkten Synthesefaserliners erfolgt über einen zuvor aufgestellten Inversionsturm mit einer Höhe von ca. 6,00 m. Über diesen Turm werden die beiden bis zu 100 Tonnen schweren Liner mit einer Wandstärke von 34 mm rein durch Wasserkraft in den Kanal eingestülpt. Die Aushärtung des Liners erfolgt anschließend durch Warmwasserhärtung. Für diese Warmwasserhärtung werden ca. eine Million Liter Wasser auf ca. 80 Grad erhitzt. Dieser enorme Energiebedarf wird über drei Heizanlagen mit einer Leistung von insgesamt 4.500 Kw erzeugt. Die Aushärtezeit des Harzes beträgt ca. 3 Tage bei 80 Grad Wassertemperatur.

Geräuschlos können einige Arbeiten leider nicht von statten gehen. Insbesondere der Einbau der Schlauchliner an zwei Tagen von den frühen Morgenstunden beginnend bis in die Abendstunden hinein kann zu Lärmbelästigungen führen. Die Mittelhessischen Wasserbetrieb bitten um Verständnis für diese Maßnahme, besonders bei den Bewohnern der Henriette Fürth-Straße 21 – 31.

Quelle: Mittelhessische Wasserbetriebe - MWB

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