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21.01.2021

Oberhessisches Museum auf dem Weg zu neuer Dauerausstellung

Der nächste Schritt auf dem Weg zu einer neuen Dauerausstellung im Oberhessischen Museum Gießen ist getan. Für die Zusammenarbeit wurde in einem Auswahlverfahren mit STUDIO NEUE MUSEEN ein erfahrenes Gestaltungsbüro gefunden, das in den nächsten Jahren die Konzeption der Dauerausstellung begleiten wird. Im Juni 2020 wurde bereits das vorläufige Raumprogramm und die Dramaturgie der neuen Dauerausstellung vorgestellt, nun wurden für die Bewerbung erste Grundlagen für die Gestaltung und die Objektpräsentation entwickelt. Die zukünftige Zusammenarbeit und die kommenden Schritte wurden von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher und Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch zusammen mit Andreas Haase, Geschäftsführer STUDIO NEUE MUSEEN, am 20. Januar 2021 nun vorgestellt.

Grundlegende Neuorientierung 2020

Im Zentrum der Ausschreibung und des Auswahlverfahrens stand die Frage: Wie kann eine zeitgemäße Präsentation aussehen und welche Schritte müssen erfolgen, um die Vision eines neuen Museums umzusetzen? Vieles davon lebt das Museum bereits jenseits der Dauerausstellung: Partizipative Veranstaltungsformate gehören ebenso zum Programm wie Ausstellungen, die auf Kooperationen und Kommunikation mit diversen Partner*innen in der Stadt fußen. Zukünftig will das Oberhessische Museum von der traditionellen Objektzentriertheit hin zu einer dynamischen Besucherorientierung gelangen. Als ein modernes Stadtmuseum will das Haus individuelle Erinnerungen erzählen, gesellschaftliches Miteinander und kreative Herangehensweisen befördern. Die neue Dauerausstellung soll zu einem zeitgemäßen, offenen und freundlichen Ort werden, der für die Menschen in Gießen an Bedeutung gewinnt. Dabei soll auch ausreichend Platz für Gruppenbesuche und -veranstaltungen geschaffen werden, so dass das Museum zu einem beliebten Aufenthaltsort und zum alltäglichen außerschulischen Lernort wird. Aktuelle Themen der Stadtgeschichte werden hier ebenso ihren Raum bekommen wie die einzigartigen Objekte der Vergangenheit.

Mit einem stadt- und regionalgeschichtlichen Fokus werden die Gattungsgrenzen aufgelöst und Exponate in einen Zusammenhang zueinander gesetzt, der bislang nicht sichtbar war.

Insgesamt wird es sieben Themenbereiche geben. Dazu gehört beispielsweise das Einführungskapitel in die Stadtgeschichte, das leicht zugänglich sein wird, damit auch Stadtführungen von hier ihren Ausgangspunkt nehmen können. Hier wird das Stadtmodell zu sehen sein, das Gießen vor der Zerstörung 1944 zeigt, zudem Highlights der Kunstsammlung, etwa die Ansichten Gießens aus verschiedenen Zeiten. Objekte aus der Ur- und Frühgeschichte sowie aus der antiken Archäologie werden hier genauso ausgestellt wie die historischen Museumsgebäude selbst thematisiert werden. Daneben – als ein weiterer Themenkomplex - werden etwa die Sammlerpersönlichkeiten in den Mittelpunkt gerückt, aber auch das Kommen und Gehen in Gießen, das die Stadt auf vielfältige Weise als Durchgangsort charakterisiert. Die Industriegeschichte der Lahnmetropole wird der Geschichte von Freizeitaktivitäten gegenübergestellt. Orte der Wissensvermittlung bilden ebenso ein eigenes Kapitel wie die politischen Entwicklungen, die die Stadt in ihrer Geschichte erlebte. Außerdem werden zwei Annexe geschaffen: die Kunstsammlung des Oberhessischen Museums erhält durch die neue Raumaufteilung eine größere Fläche im Alten Schloss. Den zweiten Annex bildet die Antikensammlung und damit die Kooperation mit der Universitätssammlung der Klassischen Archäologie. Gemeinsam wird hier eine Archäologiewerkstatt entstehen, die ihren Raum benötigt. Auf diese Weise werden weiterhin alle drei Häuser bespielt.

Weiterentwicklung ab 2021

Nachdem folglich Raumprogramm und Dramaturgie festgelegt waren, ist nun der nächste Schritt auf dem Weg zu einer neuen Dauerausstellung getan, über den sich Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hocherfreut zeigt: „In einem spannenden Auswahlverfahren wurde mit STUDIO NEUE MUSEEN ein erfahrenes Gestaltungsbüro gefunden. Überzeugt hat uns hier vor allem die offene, freundliche und einladende Atmosphäre der geplanten Ausstellungsräume. Das Büro hat zudem schon einige Ideen entwickelt, wie Gießener*innen die Zukunft der Stadt im Museum mitdenken können. Die Zusammenarbeit zwischen diesem Büro und dem Team unseres Oberhessischen Museums wird sicherlich sehr kreativ und erfolgreich.“ Das Oberhessische Museum wird in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem Gestaltungsbüro die Dauerausstellung gestalterisch und szenographisch konzipieren. Das Büro hat bereits fundierte Erfahrungen in partizipativen Formaten, so dass auch weiterhin Gießener Akteur*innen eingebunden werden. Durch den geplanten Umbau von zwei der drei Museumsgebäude, der zunächst noch durch einen Architekturwettbewerb im Detail geplant werden muss, steht das gesamte Projekt vor der Herausforderung der Verzahnung von Sanierung und Neustrukturierung. Auch dies ist dem Büro nicht fremd: So betont Andreas Haase, Geschäftsführer von STUDIO NEUE MUSEEN, „dass er und sein Team im Wechselspiel zwischen Alt und Neu einerseits ästhetische Verbindungen schaffen, andererseits dem Bestand den nötigen Freiraum geben will“. Besonders wichtig ist den Gestaltungsprofis die Erarbeitung geeigneter Vermittlungsformate.

Dabei stehen neben den digitalen Anwendungen vor allem analoge Lösungen im Mittelpunkt, die eine langlebige Nutzung ermöglichen. Ein zentrales Augenmerk liegt auf der barrierefreien Vermittlung. Die neue Dauerausstellung in Gießen steht also in den Startlöchern.

Der Zeitplan, der vor allem von den architektonischen Umstrukturierungen abhängt, sieht eine Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Herbst 2024 vor. Bis dahin wird das Oberhessische Museum immer wieder Einblicke in aktuelle Entwicklungen geben.

 

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