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29.02.2020

Landkreis informiert über Gießener Coronavirus-Fall

Infektionskette der Erkrankten ist bekannt

Der Landkreis Gießen hat heute (Samstag) in einer Pressekonferenz Informationen zum ersten bestätigen Coronavirus (COVID-19)-Fall im Kreis mitgeteilt. Bei der erkrankten Person handelt es sich um eine 1996 geborene Frau, die wohnhaft in Gießen ist.

Nachdem sie Krankheitssymptome gezeigt hatte, habe sie sich am Freitag, 28. Februar, beim Gesundheitsamt gemeldet, erklärte Landrätin Anita Schneider. Die Frau sei daraufhin untersucht, getestet und zu Hause isoliert worden. „Sie hat genau richtig gehandelt.“

Die junge Frau hatte einige Tage zuvor an einer Faschingsveranstaltung im nordrhein-westfälischen Landkreis Heinsberg teilgenommen. Dorthin kann die Infektionskette zurückverfolgt werden, wie Dr. Jörg Bremer für das Gesundheitsamt des Landkreises erklärte. Insgesamt zwölf Personen, mit der die Erkrankte seit ihrer Rückkehr Kontakt hatte, wurden ermittelt. Sechs von ihnen stammen aus Hessen, die übrigen aus anderen Bundesländern. Nur eine weitere Kontaktperson stammt aus dem Landkreis Gießen. „Alle Kontaktpersonen sind isoliert, werden untersucht und sind in Betreuung der jeweiligen Gesundheitsämter“, erklärte Gesundheitsdezernent Stock. Isoliert und in Betreuung des Gesundheitsamtes Gießen ist auch ein Mitbewohner der jungen Frau. Dieser ist nach derzeitigem Stand nicht infiziert.

Die Frau zeige weiter nur leichte Krankheitsanzeichen auf und werde engmaschig betreut, sagte Dr. Bremer. Sie ist Studierende, hat aber in der betreffenden Zeit keine Hochschuleinrichtungen besucht, da sie an einer Abschlussarbeit schreibt. Zudem sind Semesterferien.

„Das Gesundheitsamt ist gut aufgestellt, um der Situation zu begegnen“, sagte Landrätin Schneider. Der Landkreis stehe in ständigem Kontakt mit dem Land Hessen, arbeitet mit den niedergelassenen Ärzten, dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst sowie den Krankenhäusern zusammen. Gemeinsam mit diesen Beteiligten sowie dem Rettungsdienst gibt es seit kurzem eine enge Abstimmung in der Koordinierungsrunde Influenza.

Derzeit gebe es keine Veranlassung, Einrichtungen zu schließen. Die Veranstalter der an diesem Wochenende stattfindenden Messe BauExpo in Gießen sind durch das Gesundheitsamt für die Situation sensibilisiert worden, insbesondere auf Hinweise für Handhygiene und die Empfehlung, auf das Händeschütteln zu verzichten. „Die BauExpo ist eine regionale Messe. Mittelhessen ist kein Risikogebiet nach der Definition des Robert Koch-Instituts. Die aktuell vorliegende Coronavirus-Erkrankung hat ihren Ursprung außerhalb Hessens und die Infektionskette ist bekannt“, sagte Landrätin Schneider. „Wir sollten aufmerksam sein, aber immer angemessen und dem Einzelfall entsprechend handeln.“

Infos und Erreichbarkeiten

Der Landkreis Gießen hat weitere Informationen und Empfehlungen zum Thema Coronavirus bereitgestellt.

Es existiert eine hessenweite Hotline zum Coronavirus unter Telefon 0800 5554666 (montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr).

Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen ist unter Telefon 0641 9390-1400 montags bis donnerstags zwischen 8 und 16 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 14 Uhr zu erreichen. Für Notfälle gibt es außerdem rund um die Uhr eine Rufbereitschaft, auf die per Bandansage hingewiesen wird.

Grundsätzlich sollten immer die Hausarztpraxis bzw. außerhalb der Praxiszeiten der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der zentralen Rufnummer 116117 telefonisch erste Ansprechpartner sein.

  

Quelle: Landkreis Gießen

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