Erleben

Seiteninhalt

Weibliche Homosexualität im Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Esther Abel

Datum:

15.08.2019

Uhrzeit:

19:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Ort:

Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung (ZiBB) e.V.

Hannah-Arendt-Straße 8 - 10
35394 Gießen

0641 58779979
0641 58779979
E-Mail
Website

Kosten:

Eintritt frei

Termin exportieren

Eine Frage der Abwägung zwischen verschiedenen Übeln. Die Nationalsozialistische Begründung der Nicht-Einbeziehung weiblicher Homosexualität in den § 175. Frauen wurde nach der Ideologie der Nationalsozialisten kein Status autonomer Sexualität zugeschrieben. Gleichzeitig sind Frauen im Nationalsozialismus dann deutlich sexualisiert, wenn es um negative Zuschreibungen geht. Als bereits Ende des 19. Jahrhunderts weibliche Homosexualität eine wissenschaftliche Kategorie wurde, untersuchte der Berliner Arzt Wilhelm Hammer nicht etwa bürgerliche Frauen, sondern sogenannte gefallene Mädchen, die er in Heimen oder in Erziehungshaft vorfand.

In dem Zusammenhang fällt auf, dass homophobe Konstrukte weibliche Homosexualität immer mit Promiskuität oder Prostitution assoziieren, also deutlich sexualisierte Zuschreibungen. Umso seltsamer, zugleich aber auch logisch, dass die Nationalsozialisten Frauen aus dem § 175 ausdrücklich herausnahmen, gerade im Zuge der Verschärfung 1935. Die Gründung der Reichszentrale zur Bekämpfung von Homosexualität und Abtreibung zeigt, wodurch die Nazis bei den jeweiligen Geschlechtszuschreibungen die Gefahr der Volksgesundheit sahen. Der Vortrag zielt darauf ab, die Argumentationen der Befürworter und Gegner einer Einbeziehung von Lesben in den § 175 zu untersuchen und die Geschlechter- und Sexualpolitik der Nazis in deren Rassenideologie sowie die völkische Ideologie einzubinden.

Seite drucken:

Seite empfehlen:

Newsletter

Bestellen Sie sich hier den Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.