Erleben

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Von Resonanz und Atem

Doppelausstellung mit Arbeiten von Jiang Sanshi und Andreas Walther

Datum:

13.09.2019 bis 10.11.2019

Ort:

KiZ - Kultur im Zentrum

Geöffnet: Di.-So. 10-17 Uhr

Südanlage 3a
Eingang Parkplatz Kongresshalle
35390 Gießen

0641 306-2019

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Öfnungszeiten: dienstags bis sonntags 10:00 - 17:00 Uhr

Nach einer ersten Begegnung der Arbeiten von Jiang Sanshi und Andreas Walther im interkulturellen Dialog zwischen West und Fernost im Sommer 2016 in der Kunsthalle Lugang in Taiwan kommt es nun, drei Jahre später, zu einer zweiten Begegnung im Städtischen Kunstraum (KiZ) in Gießen. Zentrales Anliegen der Ausstellung ist die Entwicklung eines alternativen Naturbegriffes, der sich eben nicht aus einer Gegenüberstellung Natur/Kultur ableitet.

13.09., 19 Uhr – Ausstellungseröffnung
mit Grußworten von Dr. Stefan Neubacher (Kulturamt Gießen) und
Dr. Reinhard Kaufmann (Gießener Kulturstiftung)
zur Einführung spricht Ina Fuchs (Museum Sinclair Haus Bad Homburg)

15.09., 14 Uhr – Gespräch mit Jiang Sanshi und Andreas Walther

16.10., 18 Uhr – Schattierungen der Natur: Zwischen Fotografie und Tuschemalerei
Gespräch mit Prof. Dr. Fabian Heubel (Philosoph, Taipeh / Frankfurt am Main),
Dr. Susanne Ließegang (freie Kuratorin und Autorin, Gießen)
und Andreas Walther

02.11., 14 Uhr – Offener Nachmittag zu ‚Selbstkultivierung’
Die Veranstaltung will im freien Gespräch mit allen Anwesenden erkunden,
welcher Raum sich hinter dem Begriff öffnet und welche Möglichkeiten sich zeigen, etwa im Gegensatz zum geläufigeren Begriff der Selbstoptimierung...


Kontext


Andreas Walther (*1971 in Gießen, lebt und arbeitet in Gießen und Taipeh) arbeitet seit 1998 künstlerisch und seit 2003 auch kuratorisch mit am interkulturellen Dialog zwischen Europa und Ostasien. 2006 hatte er sich der Erkundung der aus dem historischen China entspringenden daoistischen Kultur zugewandt, die seither seine Arbeit inspiriert, die er ab 2010 in der Hauptsache mit dem Medium Fotografie verbindet und in Richtung eines spielerisch-offenen Verhältnisses von Geist und Körper arbeitet.
Letztjährig hatte das Goethe Institut Taipei anlässlich des zwanzigsten Jahres von Walthers Mitarbeit am interkulturellen Dialog eine Ausstellung von dessen Arbeit im Museum für zeitgenössische Kunst Taipeh initiiert. Ein Jahr später ist nun unter dem Titel Vom Wandern im Offenen bei Kerber Berlin/Bielefeld das Buch zur Ausstellung erschienen (ISBN 978-3-7356-0614-3). Das Kulturamt Gießen nimmt dieses Ereignis gern zum Anlass, die in Taipeh ausgestellten Arbeiten auch hier in Gießen zu zeigen. Um dabei seine Reihe von Ausstellungen im interkulturellen Dialog fortzuführen, die Walther seit 2014 für den Neuen Kunstverein Gießen realisiert, hat der Künstler die Taipeher Tuschemalerin Jiang Sanshi zu dieser Gelegenheit zur Doppelausstellung nach Gießen eingeladen.

Jiang Sanshi (*1972 in Kaoshiung, Taiwan, lebt und arbeitet in Taipeh und Eppstein) pendelt halbjährlich zwischen Taiwan und ihrem zweiten Wohnsitz im Taunus. Nachdem sie lange nach einem eigenständigen Zugang zur Tuschemalerei und deren tausendjähriger Geschichte suchte, widmet sie sich seit 2009 ganz der Malerei, die an einem wildwüchsigen Bach in der Nähe von Taipei und im Wald bei Eppstein im Taunus entsteht. Der Malprozess bezieht wesentliche Inspiration aus einer gesammelten wie gelassenen Interaktion mit der Natur, die im Bild vielfältige Spuren hinterlässt, ohne darin repräsentiert zu werden. In Anlehnung an die für die traditionelle Berg-Wasser-Malerei charakteristische Perspektive des Wohnens und Wanderns im Bild kultiviert Jiang Sanshi beim Malen ein freies, spielerisch sich wandelndes Verhältnis zur Natur, das gleichwohl einen Ausdruck gewinnt, der in vieler Hinsicht modern und abstrakt anmutet.

Der künstlerische Diskurs, den Andreas Walther zwischen Daoismus und Fotografie entwickelt, dreht sich im Kern um das Phänomen Atmosphäre als Summe allen Empfindens (an einem Ort) in der Zeit. Sie ist offen genau in dem Moment, bevor Reflexion des Empfindens einsetzt. Dabei zeigt sich immer wieder, wie durch Reflexion ein Paradox entsteht: wie man, während man in einer Situation ist, gleichzeitig auf sie schaut. Damit allerdings geht jede Unmittelbarkeit verloren und das zuvor Offene und Vage konkretisiert und verschließt sich...

Die Zusammenführung der beiden künstlerischen Positionen sucht nach dem Erhalt eben der Offenheit, die im Moment des Malens am Bach oder des Fotografierens in der Natur gegeben war...

Weitere Informationen finden sich auch wie folgt:

www.jiang-sanshi-ink-painting.jimdosite.com

www.andreaswalther.de
Dort ist auch weiterhin ein PDF des Kataloges zur Ausstellung ‚Natur(en)’, die Andreas Walther 2017 für den Neuen Kunstverein Gießen initiiert und kuratiert hatte und in deren Rahmen ein ähnlich gelagertes Thema verhandelt wurde, abrufbar.

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