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Das hündische Herz

Schauspiel nach der Erzählung von Michail Bulgakow | Neuübersetzung aus dem Russischen und Bühnenfassung in elf Bildern von Alexander Nitzberg

Datum:

22.01.2022

Uhrzeit:

19:30 Uhr

Ort:

Stadttheater Gießen

Südanlage 1
35390 Gießen

0641 7957-0
Website
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Ein Hund wird zum Menschen umoperiert. Außerdem auf dem Seziertisch: Der Wert der Menschlichkeit. Das Schauspiel erzählt im Stadttheater Gießen nach der Erzählung von Michail Bulgakow von einem unglaublichen Experiment, dem satirische wie psychologische Facetten abgewonnen werden.

Ein kalter Winter in Moskau. Der Hund Lumpi (Lukas T. Goldbach) klagt über sein Leben als Straßenköter. Da nimmt ihn ein berühmter Professor (Roman Kurz) mit in seine Wohnung, um an ihm ein Experiment zu vollführen. Durch die Implantation der Hoden und der Hirnanhangsdrüse eines Kleinkriminellen wird aus Lumpi Lumpikow, ein Hundemensch. Der kann aufrecht gehen, sprechen und wird ein maßlos vulgärer Typ. Lumpikow droht – zum Entsetzen des Professors – die Ordnung seiner bürgerlichen Existenz zu zerstören. Was bleibt nun zu tun? Bulgakows Erzählung entstand 1925 und wurde aufgrund ihres gesellschaftskritischen Gehalts von der Zensur in der Sowjetunion sogleich verboten.

Regisseur Wolfgang Hofmann rückt die Zeitlosigkeit der von Bulgakow behandelten Fragen in den Mittelpunkt seiner Inszenierung: Den Unterschied zwischen Mensch und Tier, den Hang zur Selbstoptimierung und die Gefahren größenwahnsinniger Schöpfungsphantasien. Erzählt wird eine Geschichte des Umbruchs – die Figuren unterziehen sich Schönheitsoperationen, die Gesellschaft ist im Wandel. Ungewiss ist jedoch, in welche Richtung es geht und ob sich die Heilsversprechen der Wissenschaft einlösen werden. Die grundsätzlich heitere Tonlage des Stücks variiert psychologische Elemente mit Überzeichnungen und Karikaturen, die nicht verhehlen, dass es sich bei Bulgakows Vorlage um ein Stück phantastische Literatur mit satirischem Charakter handelt.

Ausstatter Lars Peter hat für die Praxis und Wohnräume des Professors ein großbürgerliches Ambiente geschaffen, in der die große Welt die kleine Welt umschließt. Ein zehnköpfiges Ensemble spielt die zahlreichen Figuren und zeigt nicht nur einen breiten Einblick in die Gesellschaft, sondern auch unterschiedliche Arten, ein Leben zu gestalten zwischen Konformität und Anarchie.

Alle Vorstellungen:

15.01. (Prem.); 22.01.; 04.02.; 20.02.; 12.03.; 14.04.
jeweils um 19.30 Uhr

Inszenierung: Wolfgang Hofmann | Bühne und Kostüme: Lars Peter | Dramaturgie: André Becker

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