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Neues Raumprogramm für das Oberhessische Museum

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Oberhessisches Museum - Präsentation des neuen Raumprogramms

Das Oberhessische Museum ist einen Schritt weiter gekommen und hat in Vorbereitung des Architektenwettbewerbs ein Raumprogramm entwickelt. Im Juni 2020 fand die Präsentation des neuen Konzepts zur Dauerausstellung statt. Corona-bedingt wurde die Veranstaltung ins Digitale übertragen und aufgezeichnet - den Mitschnitt der Veranstaltung können Sie hier ansehen.

Ein wesentlicher Teil des Redebeitrags von Kay Hörster (Museumsgesellschaft Gießen) ab 01 Std. 4 Min. wurde auf Grund eines Ausfalls der Aufnahmetechnik nicht mitgeschnitten, deshalb haben wir um eine nachträgliche schriftliche Wiedergabe gebeten, die Sie nun unten in der Kommentarliste finden.

Sie haben hier die Möglichkeit, das im Film vorgestellte Konzept zu kommentieren und bewerten. Dies war ursprünglich bis 13. Juli vorgesehen und wurde bis auf Weiteres verlängert. Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen und werden diese in die weiteren Überlegungen gerne mit aufnehmen:

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5 Kommentare zu diesem Artikel

Ich finde es sehr gut, dass die Stadt an dieser Stelle die Möglichkeit gibt, das neue Raumkonzept zu kommentieren. Schade, dass diese Möglichkeit heute endet, wo es doch jetzt erst so richtig in Gang zu kommen scheint. So es mit dem Datenschutz vereinbar ist, wäre es schön, wenn das Konzept, wenigstens in schriftlicher Form, weiter einsehbar wäre und die Kommentarfunktion für eine weitere Zeit bestehen bleiben könnte.
Geschrieben am 13. Juli 2020 um 16:01 Uhr von Kay-H. Hörster (Museumsgesellschaft Gieß

Das neu konzipierte Museum wird sicher interessant, wenn es fertig eingerichtet ist. Im Alten Schloß sind jetzt die beiden größten Räume für Sonderausstellungen vorgesehen, d.h. es soll wohl zwei bis vier große Ausstellungen in jedem Jahr geben. Die müssen also konzipiert und aufgebaut, die Exponate wissenschaftlich bearbeitet und analog und digital mehrsprachige Kataloge verfasst werden. Dazu kommen Digitalisierung, der Umbau und die Neueinrichtung der kleineren Häuser, das Einwerben von Spenden und Veranstaltungen aller Art fürs Publikum. Diese Arbeiten machen sich nicht von allein und können m.E. von dem derzeitigen Mitarbeiterstab nicht geleistet werden. Das Museum braucht also mindestens noch eine Planstelle, besser zwei. Ein Fokus auf die Stadtgeschichte ist einerseits förderlich, zumal das Thema "Regionalität" derzeit in der Luft liegt und in aller Munde ist. Es wird auch gesagt, Gießen habe kein Gesicht und es fehle eine historische Mitte. Ich finde das nicht. Die historische Mitte ging auf sehr historische Weise verloren und bleibt daher in Gedanken präsent. Der Baustil der 50er und 60er Jahre prägt jetzt das Gesicht der Stadt, und häßlich ist dieses Gesicht nicht. Historisch ist es nach 70 Jahren auch. Andererseits ist Gießen durch Universität, THM, Klinikum, internationalen Jugendaustausch und die HEAE geprägt und daher eher eine internationale als eine regionale Stadt. Darauf könnte das neue Museumskonzept zum Teil auch aufbauen. Junge Leute können mit regionalen Themen oft wenig anfangen. Beispielhaft war das bei der Ernst- Eimer- Ausstellung zu sehen. Alte Besucher aus der Region waren hell begeistert und schwebten förmlich auf Wolken ("die allerschönste Ausstellung, die es in Gießen je gegeben hat"). Junge Studenten kamen nach ein paar Minuten frustriert heraus ("isirgnwienichsomeinding") und erholten sich im zweiten Stock in der Kunst des 20.Jh. In der Bock- Ausstellung begeisterten sich alle Altersgruppen. Zur Vorsorge für die Zukunft wäre es also sicher gut, wenn das Museum weiterhin Ankäufe für die Kunstsammlung tätigen würde, nicht nur von Kunstschaffenden aus der Region, sondern vornehmlich von den internationalen Künstlern, die in der Kunsthalle ausstellen. Die Stadt Gießen hat zwar wenig Geld, aber kleinere Arbeiten könnten doch angekauft werden. Schließlich galt das Gießener Museum vor dem Krieg als fast gleichgewichtig zum Hessischen Landesmuseum in Darmstadt. Wäre es nicht vielleicht möglich, die Universität davon zu überzeugen, aus dem Zeughaus auszuziehen und die Räume dem Museum zu überlassen? Altes Schloß und Zeughaus wären ein wunderschönes Ensemble von Museumsbauten an einer der schönsten Ecken von Gießen. Im Zeughaus gäbe es jede Menge Platz, man könnte womöglich sogar das Depot darin unterbringen, und die Barrierefreiheit wäre auch leicht herzustellen. Die beiden kleinen Häuser könnte man dann aufgeben, und die Probleme mit Zugang und Fahrstuhl wären elegant umschifft.
Geschrieben am 13. Juli 2020 um 04:22 Uhr von Ines Scheurmann

Es ist ohne Frage eine Mammutaufgabe aus einem vor 50 Jahren eingerichteten Museum, das seither so gut wie keine Modernisierung erfahren hat, weder konzeptionell noch baulich, jetzt in überschaubarer Zeit ein attraktives und zeitgemäßes Museum zu machen und all die vielen Zwischenschritte, die andere Museen in dieser Zeit gegangen sind auf die Schnelle nachholen zu müssen. Frau Weick-Joch gebührt großer Dank für ihr Engagement, diese Schritte jetzt zu gehen. Das inhaltliche Konzept scheint mir schlüssig und durchaus überzeugend. Es wird am Ende darauf ankommen, was man aus dem Bestand der Sammlungen, auf die sich das OHM gründet, auswählt. Es handelt sich bei den Sammlungen ja um "Liebhaber"-Sammlungen, die ihrerseits konzeptionell nicht immer schlüssig sind. So hat etwa die Präsentation der Gailschen Sammlung doch auch gezeigt, dass manches besser im Depot verbleibt. Auch in der Sammlungstätigkeit des Museums in den letzten Jahrzehnten ist ja nicht wirklich ein Konzept erkennbar. Ein ganz wesentliches Problem des OHG scheinen mir aber die räumlichen Voraussetzungen zu sein. In der Präsentation reklamieren Sie einen Raumbedarf von 2000 - 2200 m². Mir ist nicht klar geworden, ob die 3 vorhandenen Häuser diesen Bedarf abdecken. Ich zweifle eher daran. Da erscheint mir der Vorschlag, die beiden Häuser am Kirchplatz mit einem Aufzug zu verbinden, doch auch sehr halbherzig und ich kann die geäußerte Kritik von Architektenseite sehr gut nachvollziehen. Immerhin hat es 2 Veranstaltungen und Ausstellungen gegeben, die sich dem Problem der räumlichen Unzulänglichkeit des OHM gewidmet haben und es wundert mich, dass diese Impulse bei den aktuellen Überlegungen zum OHM gar keine Rolle spielen. Mein Favorit wäre nach wie vor ein Ergänzungsbau neben dem Alten Schloss an der Stelle des ehemaligen Kollegienhauses der Universität. (Kann man auch machen ohne die in Giessen heiligen Parkplätze zu tangieren.) Wir sehen doch in der aktuellen Coronakrise, was die Politik plötzlich alles zuvor "Unmögliche" zuwege bringt. Das OHM hat fast 50 Jahre unter dem politischen Totschlagargument "kein Geld" gelitten. Wenn wir aus dem OHM jetzt wirklich ein attraktives zeitgemäßes Museum machen wollen, muss damit endlich mal Schluss sein.
Geschrieben am 8. Juli 2020 um 15:21 Uhr von Dieter Hoffmeister

Das neue Konzept klingt interessant. Eine Konzentration auf die Stadtgeschichte ist zweifelsohne von großer Bedeutung für Gießen, zumal die Stadt kein 'historisches Gesicht' hat und so die Überlieferung und Vermittlung der Stadtgeschichte im Museum von hoher integrativer Bedeutung für unsere Stadtgesellschaft ist. Schwer fällt mir der inhaltliche Bezug zur Region. Welche Region ist gemeint? Wie wird sie definiert und wer soll sich durch einen Regionalbegriff angesprochen fühlen? "Oberhessisches Museum"? Schon lange ist nicht mehr drin, was draufsteht. Deshalb könnte beispielsweise auch eine Namensänderung dem Museum sehr gut tun. Zum Schluss wünsche ich mir, dass die starken Potentiale der Städtischen Sammlungen auch wirklich ausgespielt werden. Diese liegen zweifelsohne in der städtischen Kunstsammlung, die größte kommunale Kunstsammlung zwischen Kassel und Frankfurt. Mit ihr können wir einen wunderbaren Blick "über den Gießener Tellerrand" werfen. Nicht ohne Grund ist das Museum deshalb auch im "ZEIT Museumsführer - Die schönsten Kunstsammlungen Deutschlands" vertreten (der gelungene Gegenbeweis zum albernen Gießen-Bashing!). Dieses Alleinstellungsmerkmal ist die große Zugkraft unseres Museums, wir sollten diese Chance also nicht vertun. Kay Hörster (Museumsgesellschaft Gießen)
Geschrieben am 3. Juli 2020 um 11:52 Uhr von Museumsgesellschaft Gießen

Wir freuen uns auf die Diskussion und sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen!
Geschrieben am 29. Juni 2020 um 15:14 Uhr von Team des Oberhessischen Museums

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