Erleben

Seiteninhalt

Kulturgewerbehof

Spätestens mit der Gründung der kümmerei 2009 steht die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft als bedeutsamer Bestandteil für die Entwicklung der Stadtgesellschaft auf der Agenda städtischen Handelns in Gießen. Die Staffelübergabe von der kümmerei an die urbanautik im Jahr 2017 bekräftigte unser Anliegen, die Entwicklungsdynamik der wachsenden Kreativszene unterstützend zu begleiten.

Vielfältige Netzwerke und ein enormes Reservoir an Ideen aus Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft, Social Entrepreneurship und Stadtgesellschaft bedürfen eines zentralen Ortes, der einerseits physische Begegnungen und gemeinsames Arbeiten und Lernen ermöglicht, andererseits aber auch als Katalysator für die zukunftsfähige Weiterentwicklung Gießens wirkt. So war es nur folgerichtig, dass die urbanautik, die außerdem in einer ehemaligen Kirche in der Georg-Philipp-Gail-Straße den prototyp verantwortet, im Jahr 2018 den Auftrag erhielt, ein erstes Projektkonzept für ein Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft zu entwerfen. Jetzt wird eine Machbarkeitsstudie für die Umnutzung des Standortes der Alten Feuerwache Gießen in der Steinstraße zu einem Kulturgewerbehof erstellt. Auf dieser Website finden Sie Informationen rund um diese Idee und Prozess.

 


Aktuelles

Idee

Der Kulturgewerbehof ist ein Ort, an dem Ideen und Engagement entfacht werden. Innovation und Kreativität sind die Triebkräfte für eine zukunftsfähige Entwicklung der Stadt. Dabei zeigen sich Themenfelder zunehmend als eigene Netzwerke, die sich quer durch die Branchen ziehen. Ein zentraler Ort schafft den nötigen Kristallisations- und Knotenpunkt, an dem die Potenziale der jeweiligen Netzwerke gemeinsame Schnittmengen ausbilden und katalysatorisch wirken können.

Was bisher geschah

2002 bis 2020 - Kurze Entstehungsgeschichte der Machbarkeitsstudie

2002 / 2003

In den Jahren 2002 bis 2003 entsteht eine Studie zur Interkommunalen Zusammenarbeit Gießen – Wetzlar im Rahmen des Forschungsverbundes “Stadt 2030“,initiiert und finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. 

Ausgangslage hierfür war, dass Gießen und Wetzlar als Entwicklungsmotoren für die Region Mittelhessen sich im Wettbewerb mit anderen Stadtregionen zu behaupten haben, um in Abgrenzung zum Rhein-Main-Gebiet und der Nachbarregion Rhein-Rhur nicht ins Abseits zu geraten.

Aus der Studie entsteht ein Strategiepapier für die Städte Gießen – Wetzlar 2030

Unter demographischen, ökonomischen, technologischen, sozialen, kulturellen und ökologischen Aspekten wird ein Leitrahmen für die Stadtregion Gießen-Wetzlar 2030 entworfen. Zu diesem Leitrahmen gehören 12 Handlungsschwerpunkte mit Startermaßnahmen für die künftige Zusammenarbeit der interkommunalen AG.

Unter dem Handlungsschwerpunkt 10 – Kulturstädte –wird als Modul 3 die Einrichtung eines Kulturgewerbehofes als Gründerzentrum genannt.

2007 / 2008

Im Jahr 2007 wird eine Studie zu kulturwirtschaftlichen Potenzialen in Gießen erarbeitet.

Als eine von 8 Städten beteiligt sich Gießen an der Workshopreihe „Kulturwirtschaft und Stadtentwicklung“, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Begleitet wird die Reihe von der Schader-Stiftung.

In dem Workshop in Gießen postuliert Jörg Wagner, Künstler in Gießen, erstmals die Idee zu einer kümmerei zurStärkung von Kunst und Kultur als zentrale Wirtschaftsfaktoren in der Stadtentwicklung.

2008 / 2009

Das Modellprojekt kümmerei wird alsSchnittstelle zwischen Kulturakteuren, Kreativwirtschaft, Immobilienwirtschaft, städtischer Verwaltung und den Hochschulen gegründet. Sie wird getragen von der Abteilung Wirtschaftsförderung, dem Stadtplanungsamt und dem Kulturamt, gefördert durch das Land Hessen im Projekt „Hegiss-Innovation – Modellvorhaben Soziale Stadt“. Die kümmerei – Kulturwirtschaft als Motor der Stadtteilentwicklung in der Gießener Nordstadt – greift temporär auf innerstädtische Leerstände zurück und nutzt diese als Orte zur Vernetzung kulturwirtschaftlicher Akteure, für Leerstandmanagement und Zwischennutzungen sowie als kulturelle Veranstaltungsorte.

2011 / 2016

Die kümmerei wird als Projekt der Stadt Gießen fortgesetzt, getragen durch das Stadtplanungsamt, das Kulturamt und die Abteilung Wirtschaftsförderung. Aufgaben der kümmerei sind Leerstandsvermittlung, Vernetzung, Beratung von Kulturakteuren und Akteuren der Kreativwirtschaft, Workshops zu relevanten Themen für Kulturakteure (bsp. Steuern für Künstler), Einbindung kulturwirtschaftlicher Bereiche der Hochschulen.

Nach der „nomadischen Besetzung“ von mehreren Leerständen, findet die kümmerei schließlich für drei Jahre in Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen im Produktionshaus „neun10räume“ in der Moltkestraße 11 in Gießen, ein festes Domizil.

2015

In der „Anschlussverwendung“ in der Grünberger Straße in einem ehemaligen Drogeriemarkt wird ein co-working-space mit 8 Schreibtischplätzen, Wohnzimmer-/Cafébereich, sowie Shop zur Produktpräsentation durch die raumstation3539 eG gegründet.

2017

Nach 8 Jahren wird der Staffelstab von der kümmerei an die urbanautik als Projekt der raumstation3539eG übergeben.

2018

In einer ehemaligen Kirche in der Georg-Philipp-Gail-Straße wird der Kulturgewerbehof-Modellprojekt »prototyp« mit 6 Schreibtischplätzen, Ateliers, Büros, Besprechungsraum, Veranstaltungsfläche, Werkstatt und Garten von der urbanautik gegründet.

2018

Erstmals bringt die urbanautik öffentlich die Alte Feuerwache in der Steinstraße als möglichen Ort für einen Kulturgewerbehof ins Gespräch.

2019

Die Stadt Gießen beauftragt die urbanautik mit einer Konzeption für einen Kulturgewerbehof am Beispiel der Alten Feuerwache Gießen – feuer*werk.

2020

Zur Weiterentwicklung und Prüfung des Konzeptes in Form einer Machbarkeitsstudie Kulturgewerbehof am Standort der Alten Feuerwache beauftragt die Stadt Gießen ein Team um das Büro STUDIO if+ mit Sitz in Köln.

Die Machbarkeitsstudie

Die Marchbarkeitsstudie findet mögliche Nutzer*innen und Unterstützer*innen, entwirft Varianten für ein Raumprogramm, gibt Antworten auf die mögliche Trägerschaft und auf die Frage, wie sich der Betrieb eines solchen Kulturgewerbehofes finanzieren kann.

Die Fragen nach Nutzer*innen und der Trägerschaft werden in einem partizipativen Prozess angegangen. Ziel von drei Workshops ist es, die zukünftigen Nutzer*innen zu identifizieren, miteinander zu vernetzen, Schnittmengen auszuloten, sie bei ihrer Konzeptentwicklung zu begleiten sowie mögliche Trägermodelle für den Kulturgewerbehof zu diskutieren.

Die unterschiedlichen Motivationen und Ansprüche formulieren ein gemeinsames Leitbild Kulturgewerbehof, das mehr ist als ein programmiertes Gebäude und für mehr steht als ein transformiertes Baufeld. Basierend auf den vier Säulen

  • Innovation – Austausch – Netzwerk,
  • Teilhabe – Selbstorganisation,
  • Mehrwert – Nachbarschaft – Soziales und
  • Zukunftsfähigkeit

wird die Idee für einen Standort weiterentwickelt, der nicht nur Wirkungsfeld für spezifische Zielgruppen ist, sondern vielmehr als kollektiver Ort und entwicklungsoffener Diskursraum, aber auch als Katalysator und Experimentierfeld an der nachhaltigen Transformation Gießens Teilhaben kann.

Im Anschluss an die Workshops formulieren die potenziellen Nutzer*innen ihre Bereitschaft an der Teilhabe im weiteren Entwicklungsprozess des Kulturgewerbehofes mit einem Letter of Intent (LoI), der die Grundlage für die weiteren Handlungs- und Umsetzungsempfehlungen bildet.

Die Grundlage der Workshops bildet ein wachsender Steckbrief, der anhand der Kategorien Mehrwert, Motivation, Organisation, Raumbedarf, Leistbarkeit und Infrastruktur Informationen für die vier Bausteine der Machbarkeitsstudie sammelt: Leitbild, Raumprogramm, Wirtschaftlichkeit und Trägermodell.

Akteure

Das Themenfeld Kultur- und Kreativwirtschaft wird in Gießen in der Stadtverwaltung durch das Kulturamt, die Abteilung Wirtschaftsförderung und das Stadtplanungsamt bearbeitet.

Finanziert vom Magistrat der Stadt Gießen ist die urbanautik, ein Projekt der raumstation3539 eG, für Beratung und Netzwerkaufbau im Bereich der Kreativwirtschaft und Social Entrepreneurship verantwortlich.

Ebenso begleitet Jakob Sturm, Beauftragter für Räume für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Hessen im Auftrag des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen diesen wichtigen Schritt.

Mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie wurde STUDIO if+ beauftragt, das den Auftrag gemeinsam mit Renée Tribble Const*ellations, Amsel Kollektiv und Institut für Raumforschung & Immobilienwirtschaft bearbeitet.

Seite drucken:

Seite empfehlen:

Newsletter

Bestellen Sie sich hier den Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.