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Hintergrund


Fair Trade Towns fördern den Fairen Handel auf kommunaler Ebene. Sie sind das Ergebnis einer Vernetzung von Akteuren*innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik, die sich gemeinsam lokal für den Fairen Handel stark machen.
Der Faire Handel ermöglicht direkte Handelsbeziehungen, die den Produzentinnen und Produzenten im globalen Süden menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen ermöglichen. Durch den fairen Mehrpreis werden Schulbildung und eine verbesserte ärztliche Versorgung in den Herkunftsländern gefördert sowie ausbeuterische Kinderarbeit verhindert.

Die Universitätsstadt Gießen erfüllt für die Auszeichnuing die erforderlichen fünf Kriterien:

  1. Einen Beschluss, bei allen Sitzungen des Stadtparlaments und dessen Ausschüssen sowie im Büro der Oberbürgermeisterin fair gehandelten Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel anzubieten, 
  2. die Einrichtung einer Steuerungsgruppe, die Aktivitäten vor Ort koordiniert,
  3. in Gießener Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden jeweils mindestens zwei fair gehandelte Produkte ausgeschenkt,
  4. in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden fair gehandelte Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel durchgeführt und
  5. die örtliche Presse berichtet über alle Aktivitäten.

 

2013, 2017 und 2019 wurde Gießen zuletzt der Titel Fairtrade-Town von TransFair erneut zuerkannt.

Die Initiative zur Bewerbung um den Titel Fairtrade-Town ging vom Gießener Weltladen und einer Schüler/-innengruppe der Max-Weber-Schule aus. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte dann den Magistrat, sich um den Titel Fairtrade-Town zu bewerben und richtete eine Steuerungsgruppe ein, die sich seither mit zahlreichen Akteuren in dem Aufgabenfeld fairer Handel ehrenamtlich engagiert.

Bereits 2008 fasste die Stadtverordnetenversammlung einen Beschluss, dass bei städtischen Ausschreibungen und im Rahmen des Beschaffungswesens nur noch Produkte und Dienstleistungen Berücksichtigung finden sollen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind. 2013 wurde dies durch einen weiteren Stadtverordnetenbeschluss ergänzt, im städtischen Beschaffungswesen die Beachtung der acht Kernarbeitsnormen der International Labor Organization (ILO) für eine Beschaffung zu verlangen.

2009 hat die Universitätsstadt Gießen zudem die Milleniumserklärung des Deutschen Städtetages für eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung für alle Menschen und die Umwelt im Sinne der Agenda 21 im Stadtparlament verabschiedet. Damit erklärt sie ihr Bewusstsein für Armutsproblematiken und u. a. die Bereitschaft und Selbstverpflichtung, das Beschaffungswesen fairer zu gestalten.

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