Erleben

Seiteninhalt

Kirchstraße 5 - Klara und Lina Katz

Klara Katz, geb. Simon
*29.12.1876 in Niederweidbach
deportiert am 27.09.1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 03.04.1944 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 22.10.2009

Lina Katz
*05.05.1902 in Wieseck
deportiert am 30.09.1942 ab Darmstadt vermutlich nach Treblinka
ermordet vermutlich in Treblinka
Stolperstein verlegt am 22.10.2009

 

Standort Stolpersteine Kirchstraße 5


Klara Katz zog nach ihrer Eheschließung zu ihrem Ehemann, dem Viehhändler Joseph Katz, in das kurz vorher von ihm gekaufte Haus, Wieseck, Kirchstraße 5. Joseph entstammte einer angesehenen jüdischen Familie, die bereits um 1800 hier nachweisbar ist.

Die erste Tochter Lina wurde 1902 geboren, die zweite Tochter Blanka 1903 und der Sohn Julius 1910.

Lina Katz lebte auch nach dem Tod des Vaters 1935 weiterhin bei ihrer Mutter. Sie war als Arbeiterin bei der Firma Poppe eingesetzt und erhielt eine Bescheinigung, dass sie zur Ausübung ihres Dienstes die öffentlichen Nahverkehrsmittel nutzen durfte, während den Juden verboten war, mit Bus und Bahn zu fahren.

Blanka Katz heiratet in Frankfurt am Main 1933 und konnte mit Ehemann und den 2 Töchtern in die USA emigrieren. Julius Katz begann 1926 eine Banklehre in Gießen und arbeitete später dort als Buchhalter. Als Hetze und Ausgrenzung immer mehr zunahmen, folgte er 1935 dem Rat seines Vorgesetzten und ging nach Litauen, um sich dort für die Auswanderung nach Palästina vorzubereiten. Dies gelang unter Schwierigkeiten. Er heiratete und seine beiden Töchter und sein Sohn leben noch heute mit ihren Familien in Israel.

Klara und Lina Katz durchlitten das gleiche Schicksal, wie die übrigen Wiesecker Juden. Zu Beginn der 1930er Jahre lebten 30 Juden in Wieseck – 1942 8 Personen und ein 10 Jahre altes Mädchen. Sie alle wurden im September 1942 über Darmstadt in die Konzentrationslager Theresienstadt und Treblinka transportiert, wo sie den Tod fanden.

Beiden wurde gedacht mit der Stolpersteinverlegung am 22.10.2009.

 

Text: Ursula Schroeter

Seite drucken:

Seite empfehlen:

Newsletter

Bestellen Sie sich hier den Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Corona: Stadtverwaltung geschlossen - telefonische Erreichbarkeit ist sichergestellt
Dringende unaufschiebbare Dienstleistungen werden in allen Ämtern erst nach vorheriger Terminabsprache erledigt. Termine bekommt man durch telefonische Anfrage oder per  E-Mail mit Angabe des Anliegens an info@giessen.de.

Mehr Infos und Kontakte für Terminvereinbarung

Die wichtigsten Meldungen im Überblick


Startseite giessen.de