Erleben

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Grünberger Straße 8 (ehem. Kaiserallee 8) - Berthold und Mathilde, Karoline "Lina" Kann

Berthold Kann
*29.08.1863 in Mainzlar
deportiert am 27.09.1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 17.12.1942 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 26.08.2013

Mathilde Kann, geb. Speier
*27.11.1872 in Heldenbergen
deportiert am 27.09.1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 02.01.1943 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 26.08.2013

Karoline „Lina“ Kann, geb. Weil
*12.07.1865 in Braunfels
deportiert am 27.09.1942 ab Frankfurt nach Theresienstadt
ermordet am 11.06.1944 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 26.08.2013

 

Standort Stolpersteine Grünberger Straße 8

 

Berthold und Mathilde Kann

Berthold Kann wurde am 29.08.1863 in Mainzlar geboren.

Die Eltern kamen mit den Söhnen Isaak und Berthold/Baruch am 16.09.1891 nach Gießen. Tochter Rosalie, *30.01.1852 in Mainzlar, war seit 1878 verheiratet mit Gerson Katz aus Steinbach. Lina war mithin die Schwägerin von Berthold.

Berthold heiratete Mathilde Speier, *27.11.1872 in Heldenbergen. Das Ehepaar zog am 25.04.1942 nach Bad Nauheim. Sie wurden von dort im September nach Darmstadt verschleppt, und am 27.09.1942 nach Theresienstadt deportiert. Berthold wurde dort am 17.12.1942, Mathilde am 21.01.1943 ermordet.

Sie hatten eine Tochter. Hertha Kann wurde am 21.08.1897 in Gießen geboren. Sie heiratete am 19. 07.1922 Max Hess. Das Ehepaar hatte zwei Söhne: Günther und Werner. Über ihr Schicksal ist bisher nichts bekannt.

Ausführliche Darstellung „Firma Isaak Kann Söhne“ von Volker Hess in „Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins“ Bd. 91, 2006, S. 225 ff.

Karoline "Lina" Kann

Lina Kann war die Witwe von Isaak Kann, Likörfabrikant, verstorben am 02.04.1923 in Gießen. Ihre Söhne waren Siegfried, *17.10.1890 in Mainzlar, und Ludwig, *02.08.1893 in Gießen. Siegfried hatte Zahnmedizin studiert, er zog 1913 nach Wiesbaden und hatte dort eine Zahnarztpraxis.

Ludwig Kann besuchte die Oberrealschule in Gießen, war Kaufmann von Beruf. Er hatte das väterliche Geschäft übernommen nach dem Tod des Vaters am 2. April 1923. Ab 01.09.1932 war er alleiniger Inhaber bis 31.12.1938. Ludwig emigrierte mit Frau Martha, geb. Rokowsky, aus Frankfurt, und Tochter Inge, *10.01.1937, am 13.03.1939 nach Palästina.

Im gleichen Monat floh Lina zu Sohn Siegfried und dessen Frau Ellen aus Köln.

Die Juden in Wiesbaden wurden in das Sammellager in der Frankfurter Großmarkthalle verschleppt.

Lina wurde am 01.09.1942 ab Frankfurt nach Theresienstadt deportiert, am 11.06.1944 ermordet. Siegfried und Ellen wurden am 11.06.1942 ab Frankfurt zum Vernichtungslager Majdanek/Sobibor deportiert und ermordet.

 

Text: Monika Graulich

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