Frankfurter Straße 11 - Siegmund & Friedrich Austerlitz, Käthe Stern
*23.02.1887
geflohen im Mai 1941 in die Niederlande
interniert im Dezember 1942 im Sammellager Westerbork
deportiert am 08.12.1942 nach Auschwitz
ermordet am 11.12.1942 in Auschwitz
Stolperstein verlegt am 04.06.2025
*25.09.1888
deportiert am 30.09.1942 ab Darmstadt in das besetzte Polen
ermordet im besetzten Polen, vermutlich Treblinka
Stolperstein verlegt am 04.06.2025
Käthe Stern
*15.07.1898 in Bremershausen, Kreis Wittgenstein
deportiert am 30.09.1942 über Darmstadt in das besetzte Polen
ermordet im besetzten Polen, vermutlich Treblinka
Stolperstein verlegt am 04.06.2025
Siegmund und Friedrich Austerlitz
Adolf Austerlitz, geb. am 02.01.1854, betrieb in der Frankfurter Straße 11 eine Wein- und Spirituosenhandlung. Er war verheiratet mit Dorette Levi aus Frankenhausen. Adolf Austerlitz verstarb am 18.01.1918, seine Frau am 08.01.1934. Beide wurden auf dem Neuen Friedhof beigesetzt.
Die Söhne Siegmund Austerlitz, geb. am 23.02.1887, und sein jüngerer Bruder Friedrich, geb. am 25.09.1888, übernahmen das Geschäft des Vaters nach dessen Tod 1918. Das Geschäft wurde zum 31.12.1938 niedergelegt und im Juli 1940 aus dem Handelsregister gelöscht.
Siegmund Austerlitz, der ab 1906 im Geschäft des Vaters tätig war, lebte einige Zeit in Frankfurt am Main, kam zurück nach Gießen und gehörte der orthodoxen Religionsgemeinschaft an. Am 10.06.1941 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Er floh im Mai 1940 in die Niederlande und wurde im Dezember 1942 im Sammellager Westerbork interniert. Von dort wurde er am 08.12.1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das Todesdatum ist mit 11.12.1942 angegeben.
Friedrich Austerlitz wohnte in der Frankfurter Straße 11. Er gehörte ebenfalls der orthodoxen Religionsgemeinschaft an. Friedrich Austerlitz wurde am 30.09.1942 über Darmstadt in das besetzte Polen, vermutlich nach Treblinka, deportiert und ermordet. Als Sterbedatum wurde der 30.09.1942 willkürlich festgesetzt.
Die Schwester Helene Austerlitz, geb. am 08.07.1891, heiratete 1920 Willi Goldschmidt und zog nach Limburg. Näheres zu ihrem Schicksal ist nicht bekannt.
Käthe Stern
Käthe Stern, geb. am 15.07.1898 in Bremershausen Kreis Wittgenstein, kam im November 1936 aus Schmallenberg nach Gießen. Ihre Eltern waren Josef und Frieda Stern, geborene Buchheim. Sie wohnte in der Frankfurter Straße 11 und arbeitete als Hausangestellte bei Familie Austerlitz. Käthe Stern wurde am 30.09.1942 über Darmstadt in das besetzte Polen, vermutlich nach Treblinka, deportiert und ermordet.