Titos Brille - Lesung mit Adriana Altaras
Ort: Stadttheater Gießen, Berliner Platz, Großes Haus
Die Autorin liest aus ihrem Buchdebüt - eine außergewöhnliche Familiengeschichte mit vielen Erinnerungen an Gießen. Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch mit der Autorin im Foyer statt.
Adriana Altaras, 1960 in Zagreb geboren, besuchte zunächst in Italien und dann in Marburg die Schule. Ihr Schauspielstudium führte sie nach Berlin und New York. Sie ist in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen zu sehen und gründete das Off-Theater „Zum Westlichen Stadthirschen in Berlin. Seit den 1990er Jahren inszeniert sie zudem regelmäßig an deutschen Schauspiel- und Opernhäusern.
Die 2011 erschienene Autobiographie der Schauspielerin und Regisseurin mit dem Titel „TITOS BRILLE. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie“ ist ein vielschichtiges Porträt ihres eigenen Lebens. Zugleich ist ihr Buchdebüt eine jüdische Familiengeschichte, die zu Teilen in Gießen spielt. Ihr Vater Jakob Altaras war drei Jahrzehnte zunächst Oberarzt und später als angesehener Professor am Poliklinikum der Gießener Uniklinik tätig. Er gründete die Jüdische Gemeinde Gießen und wurde deren erster Vorsitzender. Thea Altaras, die durch ihre Forschungen zum hessischen Landjudentum bekannt wurde, übernahm nach dem Tod ihres Mannes den Vorsitz der Jüdischen Gemeinde Gießen.
Heute führt Adriana Altaras mit ihrer Familie ein unorthodoxes Leben in Berlin mit zwei fußballbegeisterten Söhnen, einem westfälischen Ehemann, und mit einem ewig nörgelnden, stets liebeskranken Freund.
Die Geschichte von TITOS BRILLE beginnt in dieser Gegenwart und erzählt vom Tod ihrer Eltern, Jakob und Thea Altaras und der von ihnen geerbten Gießener Wohnung, die seit 40 Jahren nicht mehr ausgemistet wurde. Fassungslos kämpft sie sich durch kuriose Hinterlassenschaften, bewegende Briefe und uralte Fotos ihrer Eltern und wird durch diese immer wieder in die Vergangenheit zurückversetzt. Dabei kommen nicht nur turbulente Familiengeheimnisse ans Tageslicht, auch die Toten reden von nun an mit und erzählen ihre eigenen Geschichten... Tragische Erinnerungen aus der deutsch-jüdischen Geschichte stehen im Buch neben sehr persönlichen Stationen ihres Lebenswegs, deren Bezugspunkte eng mit der Gegenwart verwoben bleiben. Eindringliche Episode führen quer durch Europa und das bewegte 20. Jahrhundert und bilden eine ebenso kluge wie hellsichtige Zeitdiagnose.
Das Publikum darf eine Autorenlesung voller mitreißender Lebensfreude erwarten, in der die Autorin die Gegenwart mithilfe der eigenen Vergangenheit zu verstehen sucht.
Im Anschluss an die Lesung findet ein Publikumsgespräch mit der Autorin im Foyer statt und natürlich sind auch all diejenigen eingeladen, die die Lesung nicht besucht haben. Der Eintritt zum Publikumsgespräch ist frei.
Karten
Theaterkasse (Johannesstraße 1, Telefon 0641/ 7957-60/-61) oder ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse im Großen Haus zum Preis von 5,00 Euro bis 9,50 Euro erhältlich.
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