Aufgaben und Geschichte des Stadtarchivs

Aufgaben

Das Stadtarchiv Gießen ist eine öffentliche Einrichtung der Universitätsstadt Gießen. Sein Zuständigkeitsbereich ist die Stadtverwaltung Gießen. Nach seiner Satzung hat es die Aufgabe, in der Verwaltung angefallene Unterlagen, die zur Aufgabenerfüllung nicht mehr benötigt werden, zu übernehmen, auf Dauer aufzubewahren, zu sichern, zu erschließen und allgemein nutzbar zu machen. Aus der Fülle der alten Unterlagen muss eine Auswahl getroffen werden, bei der Wichtiges von Unwichtigem geschieden wird. Indem das Stadtarchiv diese Unterlagen bewertet und dabei über deren Archivwürdigkeit entscheidet, gestaltet es die historische Überlieferung, die für eine Beschäftigung mit der Gießener Geschichte und für die historische Forschung künftig zur Verfügung steht. Außerdem sammelt das Archiv für die Geschichte und Gegenwart der Stadt bedeutsames sonstiges Dokumentationsmaterial. Das Archiv fördert die Erforschung und die Kenntnis der Stadtgeschichte, wirkt bei ihrer Erforschung und Vermittlung durch Publikationen, Vorträge und Ausstellungen mit und arbeitet zu diesem Zweck mit anderen Kultur-, Bildungs- und Forschungseinrichtungen zusammen.

Geschichte

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hat es in Gießen ein Archiv der Stadt gegeben, das auch als solches bezeichnet wurde. Unabhängig von der Bezeichnung ist wohl seit dem Bau des alten Rathauses (Mitte des 15. Jh. am Marktplatz, 1944 zerstört) von einer Einrichtung auszugehen, die für die Aufbewahrung wichtiger Schriftstücke vorgesehen war. Die großen Lücken in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Überlieferung der Stadt rühren möglicherweise von schweren Bränden im 15. und 16. Jahrhundert her. Die Geschichte des Stadtarchivs ist durch viele Umzüge bestimmt und auch dadurch, dass wegen ehrenamtlicher Betreuung keine Kontinuität in der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung möglich war. So wecken z.B. Nachrichten über Altpapierverkäufe - in einem Fall sogar über zwei Tonnen - die Skepsis heutiger Archivare. Hervorgerufen durch günstige Umstände und die personelle Situation begann erst Mitte der sechziger Jahre eine engere Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Seit 1991 besteht das Archivpersonal aus zwei Vollzeitkräften und einer Teilzeitkraft.